Programm

Wir machen wieder auf! Mit unserem Black Lives Matter-Programm

Die Liste der Opfer rassistisch motivierter Polizeigewalt ist nicht nur, aber vor allem in den USA lang und fortlaufend. Die # BlackLivesMatter-Bewegung nahm 2013 ihren Anfang, nach der Ermordung des siebzehnjährigen Trayvon Martin. Opfer auf Opfer folgte, Täter um Täter kam glimpflich davon. Dann starb am 25. Mai George Floyd in Minneapolis, weil ihm ein Polizist minutenlang sein Knie auf den Hals drückte und nicht von ihm abliess, obwohl dieser immer wieder sagte, dass er nicht atmen könne. Nach der Veröffentlichung zahlreicher Handyaufnahmen dieser Tat wurden die BLM-Proteste zur grössten sozialen Bewegung in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Millionen Menschen weltweit fordern seitdem ein Ende des systemischen Rassismus. Wir möchten mit unserem Programm im Mai George Floyd gedenken und allen anderen, die aufgrund rassistischer Motive sterben mussten. Wir möchten aber auch uns, die Lebenden, daran erinnern, dass wir alle in einem hasserfüllten Umfeld nicht atmen können und sein wollen.

(Bitte die Covid-19 Hinweise fürs Kino Nische beachten.)

Mit Überraschungsvorfilm vor dem ersten Film des Monats!

Programmation: Sarah Stutte

So 02. Mai 2021 • 19:00 Uhr

The 13th

Ava DuVernays Dokumentation ist nach dem 13. Zusatzartikel der US-amerikanischen Verfassung betitelt, in dem es um die Abschaffung der Sklaverei geht. Doch der Film, der die sozialen Ungerechtigkeiten zwischen Schwarz und Weiss in den USA im historischen Kontext beleuchtet, zeigt auf erschreckende Weise auf, dass die Sklaverei nie abgeschafft wurde. Geschützt durch das Justizsystem hat sie einfach ein moderneres Gesicht bekommen, denn die Kriminalisierung von Afroamerikanern ist systematisch und sichert die Rentabilität der US-Gefängnisse.

Gast: Rispa Stephens, Mitorganisatorin des Black Film Festivals Zürich

USA 2016
100 Min, ov/de, digital
Regie: Ava DuVernay
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So 09. Mai 2021 • 19:30 Uhr

If Beale Street Could Talk

Die Adaption eines Romans von James Baldwin erzählt von der Wut über ein ungerechtes Justizsystem, in der Gerechtigkeit und Wahrheit nur leere Worthülsen sind. Vorrangig aber handelt die Geschichte von der Liebe, die über allem steht und hilft, zu überleben. Tish und Fonny sind ein junges Paar, deren gemeinsam geplante Zukunft durch eine falsche Anschuldigung jäh zerstört wird. Fonny wird eines Verbrechens bezichtigt, das er nicht begangen hat. Er kommt ins Gefängnis, während die schwangere Tish verzweifelt versucht, seine Unschuld zu beweisen.

 

USA 2018
117 Min, ov/de, digital
Regie: Barry Jenkins
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So 16. Mai 2021 • 19:30 Uhr

Detroit

Detroit, Sommer 1967. Die afroamerikanische Bevölkerung leidet unter den rassistisch geprägten Anfeindungen, die ihr vor allem durch die Polizei entgegengebracht wird. Eine Razzia in einer Bar lässt die Situation eskalieren. Der Musiker Larry und sein bester Freund Fred flüchten in ein nahegelegenes Motel, doch dann suchen Polizisten ausgerechnet dort nach einem vermeintlichen Heckenschützen. Die Rassenunruhen in Detroit gehören mit über 40 Toten und fast 1200 Verletzten zu den brutalsten in der US-Geschichte. Kathryn Bigelow rekonstruiert die Geschehnisse anhand eines wahren Falls.

 

USA 2017
144 Min, ov/de, digital
Regie: Kathryn Bigelow
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So 23. Mai 2021 • 19:30 Uhr

Fruitvale Station

Für das kommende Jahr hat sich der 22-jährige Oscar Grant am Morgen des 31. Dezember 2008 vorgenommen, ein besserer Mensch zu werden. Als Vater seiner kleinen Tochter Tatiana, als Partner seiner Freundin Sophina und als Sohn einer Mutter, die heute Geburtstag hat. Doch soweit soll es nicht kommen, denn auf dem Rückweg von der Silvesternacht in San Francisco wird ihm eine Rangelei im Zug zum Verhängnis. Dieser Fall von rassistisch motivierter Polizeigewalt in der San Francisco Bay Area schlug hohe Wellen. Mit seinem bewegenden Debütfilm setzte Coogler dem verstorbenen Oscar Grant ein Denkmal.

Gast: Samantha Wanjiru, Aktivistin und Organisatorin der BLM-Demos in St. Gallen

USA 2013
85 Min, ov/de, digital
Regie: Ryan Coogler
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So 30. Mai 2021 • 19:00 Uhr

Whose Streets?

Seit 2014 ist die Kleinstadt Ferguson untrennbar mit der Black Lives Matter-Bewegung und dem Kampf gegen Rassismus verbunden. Damals wurde der unbewaffnete Michael Brown von einem Polizisten im Dienst erschossen. Der Film folgt dem gewaltfreien Protestpfad, auf den sich Aktivistinnen und Aktivisten seither begeben haben. Mit aussergewöhnlicher Nähe zeigen die Filmemacher das wirkliche Geschehen auf der Strasse sowie die Menschen im Angesicht der übermächtigen Staatsgewalt und der beklemmenden Überforderung der Behörden.

Special: Nach dem Film Lesung mit Shantoya Oppliger-Howard

USA 2017
104 Min, ov/en, digital
Regie: Sabaah Folayan, Damon Davis
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