Programm

Generation Kosovo

Seit über 20 Jahren leben wir in der Schweiz Tür an Tür mit Menschen aus dem kleinen Balkanstaat. Kosovo, eines der jüngsten Länder Europas, liegt im Süden des Balkans. Die Wurzeln des Landes liegen in der albanischen Kultur, von der gesagt wird, dass sie eine der ältesten Europas ist. Eingekesselt von Bergketten weist das Land eine üppige Natur auf und die Kultur der Gastfreundschaft wird gross geschrieben. Der Kosovo scheint sich aber zwischen Antrieb und Stillstand zu bewegen. Noch immer gibt es viele ungelöste Probleme. Zwar gibt es Bewegungen, welche eine Entwicklung des Landes vorantreiben. Aber auch heute noch liegt eine Migration nahe, denn die beruflichen Möglichkeiten gerade für junge Menschen sind beschränkt.

Die zweitgrösste Diaspora (Diaspora: Existenz religiöser, nationaler, kultureller oder ethnischer Gemeinschaften in der Fremde) der Kosovaren liegt in der Schweiz; das Land, die Kultur und die Sprache scheinen aber auch heute in der Schweiz noch fern und unbekannt. Was bewegt die «erste Generation Kosovaren» seit der Unabhängigkeitserklärung des Staates? Und wie erleben sie die Frage nach Identität?

Das Kino Nische zeigt im Monat Oktober eine Filmreihe rund um den Kosovo. Eine Auswahl an Werken, die mit dem Land verbundene Menschen, Protagonisten und junge Filmemacher in den Mittelpunkt stellt. 

Die beiden letzten Filme werden in Anwesenheit der Regisseure Ilir Hasanaj (me dasht‘, me dasht‘, me dasht‘) und Dren Zherka (EHO) gezeigt. Im Anschluss an die Filme findet jeweils ein Q&A statt.

Programmation: Vera Zeller

So 06. Oktober 2019 • 19:30 Uhr

Zvicra

Die kosovarische Population stellt in der Schweiz die zweitgrösste ausländische Bevölkerungsgruppe dar und Albanisch ist in der Schweiz die viertmeist gesprochene Sprache. Da die Migrationspolitik und die multikulturelle Gesellschaft in der Schweiz im Zeichen der ständigen Neudefinition stehen, fordert dies von der albanischen Bevölkerung (sowie auch von anderen Bevölkerungsgruppen) sich ständig zu definieren: Im Dokumentarfilm «Zvicra» (albanisch für Schweiz) lassen die beiden Filmemacher Kosovaren, welche in der Schweiz leben, zu Wort kommen und geben dabei Einblick in die Komplexität verlorener und neudefinierter Identitäten. Die beiden Westschweizer Regisseure des Filmes sind Benoît Goncerut und Fisnik Maxhuni. Fisnik Maxhuni hat kosovarische Wurzeln.

Schweiz 2018
70 Min, ov/de, digital
Regie: Fisnik Maxhuni & Benoît Goncerut
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So 06. Oktober 2019 • 19:30 Uhr

Vorfilm: Miles Away

Schweiz 2018
3 Min, ohne Dialog, digital
Regie: Barbara Brunner
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So 13. Oktober 2019 • 19:30 Uhr

A Normal Life

Der Dokumentarfilm «A Normal Life» führt uns durch Geschichten von Traumata und Traumabewältigung, verlorener und wiedergefundener Hoffnung. Wir begleiten sieben junge Menschen aus Pristina, Hauptstadt des Kosovo, die ersten drei Jahre nach dem Krieg 1999 durch ihre bemerkenswerte Transformation von Kindern des Konflikts zu jungen Vorbildern eines fliehenden Staates. «A Normal Life» ist eine intime und ergreifende, auch immer wieder erschütternde Dokumentation über das Leben nach dem Krieg. Es ist ein Sinnbild der Förderung des Friedens in unserer konflikterfüllten Zeit.

Ein preisgekrönter Dokumentarfilm und Erstlingswerk der amerikanischen Filmemacher/innen Elizabeth Chai Vasharhelyi und Hugo Berkeley (Filmemacher des Filmes «Free Solo», Oscargewinner 2019, Bester Dokumentarfilm).

Die Sprachen im Film sind Englisch und Albanisch und der Film wird mit englischen Untertiteln gezeigt!

USA 2003
65 Min, ov/en, digital
Regie: Elizabeth Chai Vasarhelyi & Hugo Berkeley
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So 20. Oktober 2019 • 19:30 Uhr

Me dasht’, Me dasht’, Me dasht’

Der Dokumentarfilm «Me dasht’, Me dasht’, Me dasht’» steht unter der Leitfrage: «Woran glaubst du?», und begleitet ein kosovarisches Künstlerpaar, das kurz vor der Trennung steht, durch das ambitionierte Performance-Kunstprojekt Baushtellë: Balkan Temple. Die Reise führt die jungen Künstler von Pristina nach Belgrad und weiter nach Zürich. Auch der Bruder des Filmemachers, welcher aus dem Kosovo stammt und in Zürich lebt, wird ein Teil des Projekts. Die drei Protagonisten werden durch Momente voller Kreativität und Unsicherheit, Krisen und Liebe, Antrieb und Stillstand sowie der Auseinandersetzung mit ihren Bedürfnissen filmisch begleitet. Eindrücklicher Dokumentarfilm über das «Wollen», das «Brauchen» und das «Lieben».

Das Screening findet in Anwesenheit des Filmemachers Ilir Hasanaj statt. Im Anschluss des Filmes gibt es ein Q&A mit ihm.

Ilir Hasanaj ist 1986 in Pejë (Kosovo) geboren und ist in der Schweiz aufgewachsen. 2015 hat er seinen Bachelor of Arts in Film der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste) in Zürich gemacht. Er lebt und arbeitet heute in Pristina an Filmprojekten zur Sensibilisierung für soziale Themen und ist seit Gründung des Kino Armata, dem ersten und einzigen alternativen Kino in Pristina, Hauptverantwortlicher für das Filmprogramm.

Kosovo 2017
90 Min, ov/de, digital
Regie: Ilir Hasanaj
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So 27. Oktober 2019 • 19:30 Uhr

EHO

Schweizer Premiere!

Ein Todesfall verbindet die zwei Protagonisten, Hanna und Ismet. Die beiden wissen nichts voneinander und leben, auf den ersten Blick, in zwei verschiedenen Welten. Ihre Gefühle und existenziellen Ängste schaffen jedoch eine Verbindung.

Hanna erforscht in Deutschland das Leben des illegalen Migranten Luan aus dem Kosovo, und findet sich vor allem mit ihrem eigenen Schmerz konfrontiert. Ismet, der in Pristina lebt, hadert am Ende seiner Tage mit dem Verlust und der Einsamkeit.

Der Film erzählt eine Geschichte über die Vereinsamung zweier alter Menschen, in zwei verschiedenen Kulturen, welche durch ein unsichtbares Band verbunden sind. Ein emotionaler & visuell sehr eindrucksvoller Film, welcher ohne viele Worte auskommt. 

Das Screening findet in Anwesenheit des Filmemacher Dren Zherka statt. Im Anschluss des Filmes gibt es ein Q&A mit ihm.

Dren Zherka zeigt mit «EHO» sein Spielfilmdebüt und schlägt eine thematische Brücke zwischen seiner alten Heimat, dem Kosovo, und seiner Wahlheimat Deutschland. 

Kosovo/Deutschland 2016
92 Min, ov/de, digital
Regie: Dren Zherka
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