Nachdem wir im Januar einheimische Filme präsentiert haben, schweifen wir im Februar und März in die Ferne und bringen 7 japanische Werke. Die fernöstliche Kultur und insbesondere diejenige Japans fasziniert viele von uns. Das Medium Film gibt uns die Möglichkeit, einen Blick auf das Innenleben dieser Kultur zu werfen, ohne selber hinreisen zu müssen. Wieviel haben wir zum Beispiel über die USA nur aufgrund unseres Filmkonsums erfahren? Den typisch japanischen Film assoziieren viele vor allem mit drei Phänomenen: Dem weltberühmten Regisseur Akira Kurosawa, den Animationsfilmen, die sich an die japanischen Comichefte (Mangas) anlehnen und den Samurai-Filmen. Alle diese drei Themen wären ein eigenes Monatsprogramm wert. Japans Film hat aber nicht nur Kurosawa, Trickfilme und Samurai zu bieten sondern auch eine grosse Fülle von eigenständigen und unabhängig produzierten Werken. Oft geht es in diesen Filmen um individuelle Schicksale oder psychische Entwicklungen, die differenziert dargestellt werden. Oder die Geschichte wird in eine besondere Struktur eingebettet. Zu diesem Thema gibt Hirokazu Kore-Eda in einem Interview mit dem Filmbulletin (Nr. 3.05) Auskunft: „Die strukturierende Funktion ist sehr wichtig für mich. Ganz allgemein mag ich Ringe, Kreise. Ich finde diese Form sehr schön, deshalb dient sie mir zum Aufbau der Geschichten. Es geht aber nicht nur um den Zyklus, sondern auch um eine Spiegelung.“ Von Kore-Eda zeigen wir „After Life“ und „Nobody Knows“. Mit Jahrgang 1962 gehört er zur jüngeren Garde von japanischen Filmemachern mit internationaler Ausstrahlung.