Der typische Kinogänger in Mitteleuropa ist zwischen 15 und 45 Jahren alt, lebt in der Stadt, fährt regelmässig zur Arbeit, sucht bei Krankheit den Arzt auf und lebt auch abgesehen davon in mehr oder weniger festen Bahnen mit sich wiederholenden starren Abläufen. In seinem gewohnten urbanen System zu Beginn der Nuller-Jahre geniesst er die vielfältigen Möglichkeiten des reichen Freizeit- und Kulturangebots. Die Welt, die er sich konstruiert hat, ist meist sicher, angenehm und baut auf gewachsenen Werten auf. Neben dieser Welt existieren jedoch auch ganz anders beschaffene Welten, Alternativangebote, Gegenwelten… Jede und jeder von uns hat im Prinzip die Wahl, ob er sich seinen eigenen persönlichen Lebensfilm gestaltet, ob er also aktiv sein eigener Lebens-Regisseur wird, oder ob er in einen vorgefertigten Film einsteigt und passiv eine Rolle abspult. Der Film als Medium ist besonders geeignet dazu, auch andere Welten anzubieten die als Gegenwelt zur jeweils gelebten zur Verfügung stehen. Im Märzprogramm greift das Kino Nische einige solcher Gegensatzpaare (Welten versus Gegenwelten) auf: Schulmedizin – Alternativmedizin, Ost – West, Natur – Verstädterung, Leben – Zerstörung, Schlafen – Lieben, Integration – Separation, Planwirtschaft – Marktwirtschaft, Konvention – Freiheit, Gemeinschaft – Eigensinn. Welche Gegenwelt findest Du?