Bagger Drama

Mit «Bagger Drama» gelingt Piet Baumgartner ein eindringlicher Film über Familie, Verlust und das Schweigen zwischen Menschen, die sich nahestehen. Was als Drama um einen Schweizer Familienbetrieb beginnt, entwickelt sich zu einer universellen Geschichte über Verantwortung, Trauer und die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Die Bagger sind dabei weit mehr als Arbeitsmaschinen: In ihren schweren, kraftvollen und zugleich fast tänzerischen Bewegungen spiegeln sie die Figuren, die oft Mühe haben, ihre Gefühle auszudrücken. Gerade diese choreografierten Szenen verleihen dem Film eine eigene visuelle Sprache, die poetisch, absurd und berührend zugleich wirkt. Auch formal überzeugt Baumgartners Spielfilmdebüt mit seinem ruhigen Rhythmus und der präzisen Beobachtung kleiner Gesten und Blicke. Besonders stark ist der queere Aspekt der Geschichte: Der Sohn ringt mit seiner sexuellen Identität und den Erwartungen, den Familienbetrieb weiterzuführen. Damit greift der Film ein sehr schweizerisches Thema auf: die Spannung zwischen Landflucht und Tradition, aber auch die Chance auf Veränderung.

Schweiz 2024
96 Min, ch-de/de, digital
Regie: Piet Baumgartner