Profondo Rosso (Rosso – Farbe des Todes)

Marcus erlebt zufällig mit, wie seine Nachbarin ermordet wird. Vergeblich versucht er, ihr zu helfen, erhascht aber noch einen Blick auf den vermummten Killer. Aus dem Mord wird schnell eine Mordserie, doch die Polizei tut sich schwer dabei, brauchbare Spuren zu finden. So werden Marcus und seine neue Bekanntschaft, die Journalistin Gianna, zu Ermittler*innen wider Willen…«Profondo Rosso» ist ein relativ simpel erzählter Whodunit, der sich nur ungern mit Nebensächlichkeiten wie der Einführung glaubwürdiger Charaktere oder dem Folgen einer stringenten Storyline aufhält. Stattdessen setzt Dario Argento hier voll auf Inszenierung und athmosphärische Kulissen. Dieses Kalkül geht zu einem guten Stück auf. So ertappt man sich durchaus mal beim Fingernägelkauen, wenn man (aus der Sicht des Killers!) miterleben darf, wie sich der Irre auf die Jagd nach seinem nächsten Opfer macht. Das über-inszenierte Belauern und Verfolgen der Opfer durch den Killer und die ästhetisierten Mordszenen waren auch die Stilelemente, welche Regiekolleg*innen und Fans von Argentos filmischem Schaffen (so zählen ihn unter anderem Slasher-Pionier John Carpenter, Body Horror-Legende David Cronenberg und Saw-Schöpfer James Wan zu ihren Inspirationsquellen) in der Folge am liebsten in ihre eigenen Werke eingebaut haben. «Profondo Rosso» gilt auf jeden Fall zu Recht als Klassiker des Genres, welchem Fans für seine inszenatorischen Stärken seine erzählerischen Mängel jederzeit nachsehen.

IT 1975
127 Min, it/de, digital
Regie: Dario Argento