Sirāt

Sonnenaufgang an einem Rave in der marokkanischen Wüste: wer in die müden Gesichter der Feiernden blickt, kann nicht sicher sein, ob sich da die totale Verkennung oder die totale Akzeptanz aller Alltagssorgen spiegelt. Raves bedeuten Ausbruch, einen Gegenpol zur spiessigen Alltagswelt. Die meisten Menschen dort suchen diesen Ausbruch, diese Reise in eine Gegenwelt auch sehr bewusst.

Luis (Sergi López) ist allerdings mehr Reisender wider Willen. Seine Tochter, eine Aussteigerin, ist verschwunden, und er und sein Sohn suchen nach ihr, an Raves immer weiter fernab der Zivilisation. Die Gruppe Raver, welcher er sich anschliesst, ist anders als er: sie sind schon lange auf der Reise; so lange, dass Reisen für sie Normalzustand geworden ist.

«Sirāt» spielt in einer Welt, welche uns mit Fortlauf der Reise weniger und weniger vertraut scheint. Diese Veränderung der Welt lässt sich schwer mit Worten beschreiben. Was bleibt, sind verstörend schöne Landschaftsaufnahmen und der bestechende Ton. Wer den Film gesehen hat, wird den Bass nicht mehr vergessen…

Spanien/Frankreich 2025
115 Min, ov/dt, digital
Regie: Oliver Laxe