Sex & Erotics Teil 1
Ein Programm für zwei Monate, zusammengestellt von einer Frau und einem Mann. Der Mann ist dabei mehr von der Sexualität ausgegangen, wärend für die Frau die Erotik zentral war. Die Filme versprechen einen anregenden Jahresanfang. Schockierend ist sicher nur ein Film: „Baise-moi“ und der mehr wegen der Gewalt- und weniger wegen den Sexszenen. Ob er als Diskussions- und Zeitdokument gedacht, seinen Platz in diesem Kinoprogramm rechtfertigt, wird sich zeigen.
Programmation: Ursula Gfeller, Duri Galler
So 07. Januar 2001 • 20:00 Uhr
FLESH
Dallesandro Dieser Undergroundfilm erzählt einen Tag im Leben des Strichers Joe in New York, der mit seinem Job Frau und Kind ernähren muss. Der erste Film aus der Andy Warhol Factory, der seinerzeit einen europäischen Verleiher gefunden hat. Der Streifen, der bloss 1500 $ kostete, ist ein provozierendes, filmisches Pamphlet, gegen sexuelle Tabus jeder Art, das scheinbare formale Mängel als Stilmittel einsetzt. Eindrücklich ist der Schauspieler Joe Dallesandro, der in seiner Rolle als Stricher fast immer im Mittelpunkt ist und mit seiner Gelassenheit der Geschichte eine kühle Schönheit gibt.
105 Min, , 35 mm
Regie: Paul Morrissey
So 14. Januar 2001 • 20:00 Uhr
O AMOR NATURAL
Die holländische Regisseurin Honigmann (Tot ziens) verwebt in diesem wunderbaren Dokumentarfilm die Erotik mit dem gleichnamigen Buch des brasilianischen Dichters Drummonds de Andrade. Honigmann ist für diesen Film mit dem Buch in der Hand duch Rio de Janeiro gestreift und hat ältere und alte Leute darum gebeten Drummonds Gedichte über Orgasmus, Möse, Penis und Hintern vor der Kamera zu rezitieren. Die Poesie wird für die vielen Bereitwilligen die vorlesen Anlass, ihren Erinnerungen an Sex und an das Leben freien Lauf zu lassen und gewähren so einen intimen Blick in die brasilianische Gesellschaft.
76 Min, , 35 mm
Regie: Heddy Honigmann
So 21. Januar 2001 • 20:00 Uhr
MY FATHER IS COMING
Die deutsche Regisseurin Monika Treut ist ein Phänomen. Regelmässig erhalten ihre Filme tive Kritiken. Zur Freude ihrer eingeschworenen Fans lässt Treut deswegen aber nicht von ihrem Thema ab; der ungewöhnlichen Sexualität. Immer wieder dreht sie Filme über Dominas, Transsexuelle und andere sexuelle AussenseiterInnen. Die Low-Budget Produktion, „My father is coming“, gefällt duch seine liebenswerte Unbedarftheit. Sie handelt von einer deutschen Schauspielerin in New York, die überraschend Besuch von ihrem Vater aus Bayern erhält. Diesem muss sie nun eine Ehe mit einem Schwulen vorgaukeln, obwohl sie eine lesbische Freundin hat. Mit von der Partie im Film ist Annie Sprinkle, die für ihre Verbindung von Porno und Feminismus bekannt ist.
82 Min, ,
Regie: Monika Treut
So 28. Januar 2001 • 22:00 Uhr
BAISE-MOI
Despentes verfilmte in diesem blutigen road-movie ihr eigenes Buch „Baise-moi“ mit unprofessionellen Schauspielerinnen. Aufgenommen auf Video, untermalt mit einem harten Soundtrack erzählt sie von Nadine, die nach einer Vergewaltigung einen Mord begeht. Auf der Flucht trifft sie Manu, die ebenfalls Schreckliches erlebt hat. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine Höllenfahrt, die mit Sex und Gewalt gepflastert ist. Der Film wird von der Kritik fast eingehend abgelehnt. Es lohnt sich jedoch, sich mit ein paar Gedanken der Autorin zu befassen: Despentes Ansatzpunkt ist ein kriegerischer Feminismus, der provozieren soll. Sie will, dass die Frauen endlich Anrecht auf ihren eigenen Körper und ihre Sexualität ausserhalb dem begrenzten Blickfeld der Männer bekommen. Und dann soll das Ganze aber noch eine Reise ins tiefste Innere sein, wo man normalerweise vermeidet hinzugehen. Dorthin, wo es keinen Gehorsam, keine Unterwerfung und Selbstverleugnung mehr gibt!
77 Min, ,
Regie: Virginie Despentes