SEX & EROTICS, Teil 2
Ein Programm für zwei Monate, zusammengestellt von einer Frau und einem Mann. Der Mann ist dabei mehr von der Sexualität ausgegangen, wärend für die Frau die Erotik zentral war. Die Filme versprechen einen anregenden Jahresanfang. Schockierend ist sicher nur ein Film: „Baise-moi“ und der mehr wegen der Gewalt- und weniger wegen den Sexszenen. Ob er als Diskussions- und Zeitdokument gedacht, seinen Platz in diesem Kinoprogramm rechtfertigt, wird sich zeigen.
Programmation: Ursula Gfeller, Duri Galler
So 04. Februar 2001 • 20:00 Uhr
UNE LIAISON PORNOGRAPHIQUE
Aus einem blind date zum Zwecke des anonymen Auslebens einer sexuellen Fantasie entwickelt sich eine Liaison, die den Protagonisten ungeahnte Gefühle abringt. Nathalie Baye und Sergi Lopez brillieren in dieser humorvollen Studie über jene zeitlosen emotionalen Faktoren, die jede erotische Beziehung letztlich ebenso sehr bereichern wie behindern. Der dargestellte Sex in „une liaison pornographique“ beschränkt sich auf ein Minimum. Spannend und im besten Sinne erotisch ist allerdings die Chemie zwischen den excellenten Hauptdarstellern.
80 Min, , 35 mm
Regie: Frédéric Fonteyne
So 11. Februar 2001 • 20:00 Uhr
HIROSHIMA MON AMOUR
Die kurze Liebesbegegnung zwischen einer französischen Filmschauspielerin und einem japanischen Architekten in Hiroshima lässt die Erinnerung an das Kriegsende in Japan und in Frankreich aufbrechen und wird zu einer Reflexion über das Vergessen. Die Stadt Hiroshima dient dabei nicht nur als Schauplatz und Kulisse, sondern wirkt in ihrer geschichtlichen Bedeutung in ein differenziertes seelisches Geschehen hinein. Diese eigenständige Verfilmung des gleichnamigen Romans von Marguerite Duras ist ein Hauptwerk der Nouvelle vague, inhaltlich anspruchsvoll und stilistisch-ästhetisch von höchster Qualität.
61 Min, , 35 mm
Regie: Alain Resnais
So 18. Februar 2001 • 20:00 Uhr
AI NO CORRIDA / L'EMPIRE DES SENS
Die sexuelle Besessenheit zweier Menschen endet mit dem Tod des Mannes, der sich am Ende in einer sich ständig steigernden Ekstase verstümmeln und strangulieren lässt. Der Film konzentriert sich in streng stilisierten Bildern ganz auf die sexuelle Leidenschaft und bezieht sich auf eine erotische Kultur, die in Japan mit der Öffnung zum Westen verschwand – auf das Zelebrieren des Sexualaktes unter Einschluss des Schmerzes. Ein Film, mit dem Oshima einmal mehr Tabus der japanischen Gesellschaft brach; er war in Japan und einigen europäischen Ländern verboten, in Berlin wurde er sogar anlässlich der Filmfestspiele 1977 beschlagnahmt.
102 Min, , 35 mm
Regie: Nagisa Oshima