Emir Kusturica
Emir Kusturica, 1955 in Sarajevo geboren, hat mit allen seinen Filmen für Furore gesorgt und viele wichtige internationale Preise gewonnen und gilt bereits als einer der wichtigsten zeitgenössischen Filmregisseure. Mit seinen Sozialgemälden dringt er mit z. T. kontroversem politischen Anstrich in die Tiefe von Menschen und Völkergruppen. Seine unkonventionellen und eigenwilligen Werke sind geprägt von einer stimmungsvollen Wärme und loten die Bandbreite von archaischem Humor und tiefer Melancholie aus. Der vielseitige Kusturica hat nicht nur als Regisseur, sondern auch mit politischen Aktionen gegen die Rechte Jugoslawiens, als Musiker (Bassgitarre in der Gruppe „The Non Smoking Orchestra“) als Schauspieler und als Autor Aufsehen erregt. Ausserdem lehrt er Filmregie an der Columbia-Universität.
So 03. Februar 2002 • 20:15 Uhr
TIME OF THE GYPSIES
Die Grenzen von Realität und traumhafter Fiktion verwischen sich gelegentlich, wenn Kusturica das Leben der Roma-Zigeuner in Jugoslawien mit grosser Sensibilität darstellt. Der Roma-Junge Perhan mit übernatürlichen Kräften wird delinquent, damit er zu Geld kommt, um seine Angebetene zu gewinnen. Perhan gerät dabei in Konflikte und wird von seinen Bezugspersonen in verschiedene Richtungen beeinflusst. Mit seinem eigenen Stil integriert Kusturica in „Time of the Gypsies“ gekonnt die erzählerische mit der optischen und akustischen Ästhetik.
142 Min, ,
Regie: Emir Kusturica
So 10. Februar 2002 • 20:15 Uhr
Chat Noir, Chat Blanc
„Ich habe Lust, meinen Enthusiasmus und meine Liebe zu allen natürlichen Dingen des Lebens zu zeigen“. Dieses Kusturica-Zitat passt gut zu „Chat Noir, Chat Blanc“, einer skurrilen Komödie, anzusiedeln irgendwo zwischen Fellini und Shakespeare. Ein knappes Jahrzehnt nach „Time of the Gypsies“ wendet sich Kusturica wiederum dem Zigeunerleben zu und kreiert ein überbordendes, schräges Panorama intensiver Lebenssituationen. Untermalt wird das Ganze von einem grossartigen Soundtrack, zu dem man am liebsten tanzen möchte. Ein Film, der uns die Winterkälte garantiert vergessen lässt!
129 Min, Ov/f/d,
Regie: Emir Kusturica
So 17. Februar 2002 • 19:15 Uhr
UNDERGROUND
„War is not war until brother kills brother“ ist eine zentrale Aussage dieses Antikriegsfilms welcher Jahrzehnte der jugoslawischen Geschichte auf Kusturicas Weise aufrollt. Ein tragisch-komisches Epos, in welchem die Hauptpersonen Jahre in einem Keller verbringen, noch lange nach dem der Krieg bereits zu Ende ist. Ein wiederum intensiver Film mit Menschen voller Lebensenergie und vielen prägnanten Szenen. Spätestens nach diesen drei Stunden „Underground“ hat das Filmpublikum eine unvergessliche Dosis von Emir Kusturicas Schaffen aufgenommen.
194 Min, ,
Regie: Emir Kusturica