Gegenwelten
Der typische Kinogänger in Mitteleuropa ist zwischen 15 und 45 Jahren alt, lebt in der Stadt, fährt regelmässig zur Arbeit, sucht bei Krankheit den Arzt auf und lebt auch abgesehen davon in mehr oder weniger festen Bahnen mit sich wiederholenden starren Abläufen. In seinem gewohnten urbanen System zu Beginn der Nuller-Jahre geniesst er die vielfältigen Möglichkeiten des reichen Freizeit- und Kulturangebots. Die Welt, die er sich konstruiert hat, ist meist sicher, angenehm und baut auf gewachsenen Werten auf. Neben dieser Welt existieren jedoch auch ganz anders beschaffene Welten, Alternativangebote, Gegenwelten… Jede und jeder von uns hat im Prinzip die Wahl, ob er sich seinen eigenen persönlichen Lebensfilm gestaltet, ob er also aktiv sein eigener Lebens-Regisseur wird, oder ob er in einen vorgefertigten Film einsteigt und passiv eine Rolle abspult. Der Film als Medium ist besonders geeignet dazu, auch andere Welten anzubieten die als Gegenwelt zur jeweils gelebten zur Verfügung stehen. Im Märzprogramm greift das Kino Nische einige solcher Gegensatzpaare (Welten versus Gegenwelten) auf: Schulmedizin – Alternativmedizin, Ost – West, Natur – Verstädterung, Leben – Zerstörung, Schlafen – Lieben, Integration – Separation, Planwirtschaft – Marktwirtschaft, Konvention – Freiheit, Gemeinschaft – Eigensinn. Welche Gegenwelt findest Du?
So 02. März 2003 • 20:15 Uhr
KOYAANISQUATSI
Ohne Spiel-, Dokumentar- oder Trickfilm zu sein, stellt Koyaanisqatsi in einer einzigartigen, unvergesslichen Komposition von Ton und Bild das Leben auf der Erde dar. Ohne Dialog werden die Bilder der Natur als auch die künstliche Welt der Menschen aus Vogel- und Ameisenperspektive und in Zeitlupe oder Zeitraffer wiedergegeben. Zwischen der Natur und dem Bild der Städte entstehen zwar Parallelen, aber auch ein riesiger Kontrast; und auf diesen Kontrast aufmerksam zu machen ist wohl auch die Hauptaussage des Films. Rasch unterliegen wir als Zuschauer dem Bann der Moral, dass Grossstädte und Autobahnen verrückt sind und dass wir die Natur und das Leben respektieren müssen.
87 Min, ,
Regie: Godfrey Reggio
So 09. März 2003 • 20:15 Uhr
SCHLAFES BRUDER
Die aussergewöhnliche Geschichte des Elias Johannes Alder, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Bergdorf aufwächst und sich aber bald von der Gemeinschaft abhebt. Das Leben des Sonderlings dreht sich um absolute Musik, um absolute Liebe und auch um Schlaf. Elias zweifelt daran, dass man im Schlaf lieben kann… Die Romanverfilmung knüpft nahtlos an den Erfolg des Buchs an und zeichnet die dramatische Geschichte in fulminanter und spannendster Spielfilmmanier.
127 Min, ,
Regie: Joseph Vilsmaier
So 16. März 2003 • 20:15 Uhr
BAUERNKRIEG
»Bauernkrieg« ist der zweite Film einer Bauern-Trilogie, die sich mit der Existenz des Bauern am Ende des 20. Jahrhunderts auseinandersetzt (zusammen mit Sennen-Ballade und Hirtenreise ins dritte Jahrtausend). Im Zentrum stehen die Fragen nach Identität, Überleben und Zukunft. Jedes
dieser drei Themen bildet jeweils den Schwerpunkt eines einzelnen Films. „Bauernkrieg“ beschäftigt sich mit dem Überleben der Landwirtschaft am Übergang von einer staatlich gelenkten Planwirtschaft zur Marktwirtschaft. Die meisten Bauern setzen auf den technischen Fortschritt und die Hochleistungszucht, um in dieser neuen Marktsituation zu überleben. Viele können nicht mithalten und geben auf.
84 Min, ,
Regie: Erich Langjahr
So 23. März 2003 • 20:15 Uhr
Easy Rider
Amerika Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre: Endlose Strassen, den Fahrtwind in den Haaren, die Dollars im Tank, zwei Männer mit ihren Motorrädern und die rockigen Töne von Steppenwolf. Dies ist Grundlage für einen Mythos über Generationen: «Born to Be Wild». Dennis Hopper (Billy) und Peter Fonda (Wyatt) hatten nicht nur die Idee zum Film «Easy Rider», sondern fahren darin gleich selber ihre Bikes.
95 Min, en/de, digital
Regie: Dennis Hopper
So 30. März 2003 • 20:15 Uhr
DIE SIEBTELBAUERN
Der Bauer ist tot. Doch weder die Kirche noch die gierige Konkurrenz im Dorf erbt den Hof des Nachkommenlosen, sondern die mittellosen Mägde und Knechte, die bis anhin darauf beschäftigt waren. Als diese frischgebackenen Siebtelbauern sich für den Verbleib am Hof entscheiden, beginnt für sie nicht nur ein Leben in ungewohnter Freiheit, sondern alsbald auch der Kampf ums nackte Überleben. Ein Heimatfilm besonderer Art – dramatisch, unsentimental, humorvoll und subversiv. Ein Alpen-Western, von dem alle schwärmen, die ihn bisher gesehen haben.
95 Min, ,
Regie: Stefan Ruzowitzky