Programm

TERRORISMUS Teil 2

Terroristen gibt es viele. Osama bin Laden ist einer. Das weiss seit dem 11. September jedes Kind. Sie sind gefährlich und böse. Das weiss George Bush ganz sicher. In der Schweiz gibt es keine. Das glauben die meisten SchweizerInnen.
Yassir Arafat war einmal einer. Jetzt ist er legitimierter Staatschef und Friedens-Nobelpreisträger. Jeanne d’Arc war auch einmal eine. Heute ist sie Nationalheldin. Und Wilhelm Tell? Aus der Sicht der HabsburgerInnen ist er ganz klar ein Terrorist. Die Schweiz ist also quasi ein Resultat von terroristischen Kantonen.
Was Terrorismus ist, kommt sehr auf den Sichtwinkel an. Wir haben neun Filme zum Thema. IRA, RAF und Al Kaida fehlen nicht, weitere Stopps machen wir in Bolivien, Südafrika und der Türkei und haben auch drei Filme zur Schweiz.

So 06. Juni 2004 • 20:15 Uhr

DO IT

Daniele von Arb war 16 Jahre alt, als er mit Freunden in Zürich die revolutionäre Zelle gründete, die der amerikanische Geheimdienst CIA später im Schaubild zum internationalen Terrorismus unter dem Codenamen «Annebäbi» aufführte. Heute ist er Wahrsager und Zukunftsberater und kann bisweilen über seine Vergangenheit aus vollem Herzen lachen.
Eine Sturzfahrt durch den bewaffneten Kampf der 70er Jahre, Eintritt in den Kosmos der Spiritualität und endlich, 1989, mit dem 1. Klasse-Ticket in die Freiheit.
„Do it“ – eine Parabel über die Suche nach dem rechten Weg in den profanen, gottverlassenen westlichen Gesellschaften und ein Plädoyer für das Recht, ein anderer zu werden.

CH 2000
102 Min, D,
Regie: Sabine Gisiger
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So 13. Juni 2004 • 20:15 Uhr

JOURNEY TO THE SUN

Die Geschichte von der zufälligen und unglücklichen Freundschaft zweier Männer, die auf der verzweifelten Suche nach Heimat und Identität sind. Berzan ist kurdischer Strassenhändler und politischer Aktivist, der lebensunerfahrene Mehmet dagegen ist ein Türke, der sich als Rohrprüfer bei den Wasserwerken verdingt. Wegen seiner auffällig dunklen Hautfärbung wird er fatalerweise oft für einen Kurden gehalten und diskrimiert. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als bei Mehmet bei einer Ausweiskontrolle eine Pistole gefunden wird, die ihm allerdings nicht gehört. Der Unschuldige wird als Terrorist festgesetzt, verhört, misshandelt, eingesperrt. Endlich wieder in der Freiheit, muss er schmerzlich erkennen, dass ein normales Leben fortan unmöglich ist.
Nach langer Zeit der erste türkische Film, in dem Kurdisch gesprochen wird.

Tür/D/NL 1999
104 Min, Tü/Ku/d/f,
Regie: Yesim Ustaoglu
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So 20. Juni 2004 • 20:15 Uhr

BLACK BOX BRD

Terrorismus, seit Monaten in aller Munde. Aber es ist kein neues Thema, in den 70er und 80 Jahren des letzten Jahrhunderts war es sehr präsent mit den Anschlägen und Aktionen der deutschen RAF. Andres Veils Interesse gilt zwei herausragenden Männern aus dieser Zeit: dem RAF-Aktivist Wolfgang Grams auf der einen und Alfred Herrhausen, dem Vorstandssprecher der deutschen Bank auf der andern Seite. Er bringt sie uns näher, indem er deren Verwandte und Freunde über sie erzählen lässt. Dabei entsteht von beiden ein sehr persönliches, vielschichtiges Bild, jenseits von Ideologien und Klischees, das uns ZuschauerInnen hilft, uns eine eigene Meinung zu den Ereignissen und Personen zu bilden. Die Puzzlestücke werden uns auf ausserordentlich spannende Weise vorgestellt, ohne dass der Film je Effekt hascherisch wird.

(Winti-Premiere)

Deutschland 2001
102 Min, D,
Regie: Andres Veil
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So 27. Juni 2004 • 20:15 Uhr

11'09"01 - SEPTEMBER 11

Elf Filmschaffende aus elf Ländern haben je einen Film realisiert, der elf Minuten und neun Sekunden lang ist und auf die Ereignisse vom 11.9.01 Bezug nimmt. Ein Israeli (Amos Gitaï) und ein Araber (Youssef Chahine) sind dabei, ebenso zwei West- und ein Osteuropäer (Claude Lelouch, Ken Loach, Danis Tanovic), sowie Vertreter aus Mittel- und Ostasien (Mira Nair, Samira Makhmalbaf, Shohei Imamura), Afrika (Idrissa Ouedraogo), Latein- (Alejandro Iñarritu) und Nordamerika (Sean Penn). Als Obszönität hatte die amerikanische Presse dieses Projekt betitelt – obwohl die Journalisten den Film noch gar nicht gesehen hatten. Ebenfalls sauer aufgestossen ist die Tatsache, dass das Opfer Amerika wiederholt als vormaliger Täter angeprangert wird. Ein unglaublich breites Spektrum von Fragen zu unserer Zeit wird aufgeworfen – Antworten kann ohnehin niemand geben.

(Winti-Premiere)

Frankreich 2002
133 Min, E/d/f,
Regie: diverse
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