Programm

Ausgezeichnet!

Im Oktober zeigt das Sofakino Nische fünf verschiedene Filme, die von Filmexperten mit grossen Preisen ausgezeichnet wurden. In Locarno findet seit 1947 jedes Jahr im August das Internationale Filmfestival statt. Der Hauptpreis, der Goldene Leopard, ist mit 90’000 Franken dotiert. Wir bringen die Sieger aus den Jahren 2003 und 2004: „Private“ und „Khamosh Pani“; beide setzen sich mit familiären Situationen in politischen Krisengebieten auseinander.
Der Schweizer Filmpreis (60’000 Franken für den besten Spielfilm) wird seit 1998 von einer eidgenössisch bestimmten Fachjury an einen Schweizer Film vergeben, der an einem anerkannten Festival oder im Kino gelaufen ist. Wir zeigen die Gewinner der Jahre 2003 und 2005: „On dirait le sud“ und „Tout un hiver sans feu“; zwei völlig verschieden gemachte Werke, in denen Gefühle eine zentrale Rolle spielen.
Der Deutsche Filmpreis (500’000 Euro) wird von den 650 Mitgliedern der deutschen Filmakademie vergeben. Dieses Jahr ging er an den Schweizer Regisseur Dani Levy für seine erfolgreiche jüdische Komödie „Alles auf Zucker!“

So 02. Oktober 2005 • 20:15 Uhr

PRIVATE

Das Haus einer palästinensischen Familie wird von der israelischen Armee besetzt. Mohammad weigert sich aber, das Haus zu verlassen, und so kommt es dazu, dass der obere Stock als Militärlager genutzt wird und der untere Stock als „Privatraum“ für die Familie dient. Der Nahostkonflikt wird somit auf diese vier Wände reduziert und liefert für den Zuschauer neue Ansichten und Einsichten. Auch mit wenigen Mitteln kann starkes Kino gemacht werden.
Goldener Leopard von Locarno 2004

Italien 2004
90 Min, ,
Regie: Saverio Costanzo
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So 09. Oktober 2005 • 20:15 Uhr

KHAMOSH PANI

Pakistan 1979: Eine muslimische Witwe verliert ihren Sohn an islamische Extremisten. Dieser wird rasch zu einem aggressiven Jihadist und kehrt seiner Mutter und seiner Liebe den Rücken zu. „Silent Waters“, so der internationale Titel, zeigt eindrücklich die Verletzlichkeit von Frauen in Krisengebieten. Der Film nimmt auch die Trennung Pakistans von Indien 1947 auf und macht deutlich, wie Frauen darunter zu leiden hatten. Kino, das man nicht so schnell vergisst.
Goldener Leopard von Locarno 2003

Pakistan 2003
100 Min, ,
Regie: Sabiha Sumar
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So 16. Oktober 2005 • 20:15 Uhr

ON DIRAIT LE SUD

Jean-Louis versucht spontan, seine Familie zurückzugewinnen. Céline ist aber gar nicht damit einverstanden, denn sie lebt jetzt mit einem Piloten zusammen. Es folgt ein Tag voller Spannungen. Und eigentlich wollte man ja nur in den Süden fahren… „On dirait le sud“ ist mit Handkamera im Dogmastil in sehr kurzer Zeit und mit viel Improvisation gefilmt worden.
Schweizer Filmpreis 2003.

CH 2003
71 Min, ,
Regie: Vincent Pluss
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So 23. Oktober 2005 • 20:15 Uhr

TOUTE UN HIVER SANS FEU

Bei einem Brand verliert ein Paar seine fünfjährige Tochter. Besonders die Mutter Laure belastet dies sehr und sie kommt in eine psychiatrische Klinik. Ihr Mann Jean lernt durch einen neuen Job in der Giesserei einen Kosovo-Flüchtling und dessen Schwester Labinota kennen. Mit Labinota zusammen kann Jean seine Gefühlswelt verarbeiten und das Leben neu entdecken. Der Film besticht durch die schauspielerischen Leistungen und seine Machart, die an Zglinskis Lehrer Kieslowski angelehnt ist.
Schweizer Filmpreis 2005

CH 2004
88 Min, ,
Regie: Greg Zglinski
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So 30. Oktober 2005 • 20:15 Uhr

Alles auf Zucker

Jaeckie Zucker ist ein deutscher Jude, der seit dem Mauerbau nichts mehr mit seiner Glaubensgemeinschaft zu tun haben will. Seine Mutter floh damals mit dem Erstgeborenen Samuel nach Frankfurt am Main, während Jaeckie in der DDR zurückblieb. Nach dem Tod seiner Mutter drängt sich seine jüdische Verwandtschaft in sein Leben, das sowieso ein einziges Chaos ist. Seine Mutter hat in ihrem Testament verfügt, dass sich die beiden Brüder, der atheistische und weltlichen Dingen zugetane Jaeckie und sein orthodoxer Bruder Samuel, versöhnen sollen. Nur dann wird geerbt. Die Einhaltung der Gebote obliegt einem Rabbi, der während der siebentägigen Schiva, der Totenwache, im Hause Zucker weilt.

Deutschland 2004
90 Min, D, 35mm
Regie: Dani Levy
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