Programm

Die Schweiz

Ein Thema, welches Kulturschaffende immer wieder beschäftigt: das Land, in dem wir leben. Mal sehen sie es mit besonders kritischem, mal mit etwas verklärtem Blick. Auch wir wollen einmal unseren Blick auf die Schweiz richten. Was gibt es da zu sehen? Menschen, die hier leben – verschiedenste Menschen, die sich im Zusammenleben versuchen. Eine alte bäuerliche Tradition. Eine Demokratie, welche sich im Spagat zwischen Moderne und Tradition, zwischen Weltoffenheit und Stolz auf das Eigene zu behaupten sucht. Ein eigenes Kulturgut, das uns verbindet. Vier Aspekte, welche hier an Beispielen dokumentiert werden: Kultur, Tradition, Politik und Demographie.

Natürlich gäbe es unendlich viel mehr zu zeigen und zu sagen über die Schweiz, ihre Bewohner und die Sprachen, die sie sprechen. Dies ist unsere Auswahl aus der Vielzahl möglicher Momentaufnahmen zum Thema Schweiz.

So 06. April 2008 • 19:30 Uhr

MANI MATTER - Warum syt dir so truurig

Mani Matter ist der Schweizer Troubadour, ein Stück Schweizer Kultur, welches nicht mehr wegzudenken ist. Fast alle kennen seine Lieder, singen sie als Kinder, hören sie wieder als Erwachsene und erleben dabei ein bisschen Heimat. Dieser Film ist eine anrührende und faszinierende Annäherung an den jung verstorbenen Künstler. Er schildert sowohl sein Leben und Schaffen wie auch seine Wirkung auf die Gegenwart. Musiker wie Stephan Eicher, Kuno Lauener, Dodo Hug und Polo Hofer – welche alle am 93er Tributealbum ‚Matterrock’ beteiligt waren – erzählen von ihrem Umgang mit Matters Mundartliedern. Höhepunkt des Filmes bleiben aber die Archivaufnahmen von dessen Live-Auftritten.

CH 2002
88 Min, Dialekt,
Regie: Friedrich Kappeler
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So 13. April 2008 • 19:30 Uhr

UELI DER KNECHT

Der Knecht Ueli wird vom Bauern Joggeli eingestellt und durch seinen Fleiss macht er sich für diesen schnell unentbehrlich. Bald stellt sich für ihn die Frage nach der richtigen Frau. Das Vreneli tät ihm zwar gut gefallen, aber Elisi, die Tochter vom Joggeli, macht ihm Hoffnung auf den grossen Hof. Das wiederum ruft Johannes, den Bruder vom Elisi, auf den Plan, denn der fürchtet um sein Erbe. Ein herrliche Geschichte, hinreissend gespielt und wunderbar inszeniert. Gezeigt wird die traditionelle Welt der Schweizer Bauern, die es heute kaum noch gibt, die aber unsere Grosseltern noch erlebt haben dürften.

CH 1954
111 Min, Dialekt,
Regie: Franz Schnyder
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So 20. April 2008 • 19:30 Uhr

MÄNNER IM RING

In Hundwil im Appenzell findet die letzte Männer-Landsgemeinde statt. Die Urform der direkten Schweizer Demokratie sieht sich in der Entscheidung zum Frauenstimmrecht mit der modernen Zeit konfrontiert. Und die Männer tun sich schwer damit. Es geht um die Definition der Identität eines besonders urchigen Teils der Schweiz in einem sich modernisierenden Umfeld. Der Appenzell ist für die Schweiz vielleicht das, was die Schweiz für Europa ist: irgendwie sympathisch, aber etwas gar zu traditionell. Der Gedanke der direkten Demokratie ist hier sehr tief verankert und wird eins zu eins ins Bild gesetzt. Eine Parabel über Demokratie.

CH 1990
76 Min, Dialekt ,
Regie: Erich Langjahr
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So 27. April 2008 • 19:30 Uhr

SIAMO ITALIANI

Diese 1964 entstandene Dokumentation zeigt italienische Einwanderer in der Schweiz. Sie wohnen in unwürdigen Verhältnissen, vermissen ihre Familien, arbeiten hart. Dafür wurden sie ins Land geholt – Arbeitskräfte waren Mangelware und die boomende Schweizer Industrie warb im südlichen Nachbarland um die Arbeitslosen. Wie jedoch Teile der Schweizer Bevölkerung dann mit den Arbeitern umgingen, welche den Wirtschaftsaufschwung erst ermöglichten, ist ein trauriges Zeitzeugnis. Hier werden Zustände gezeigt, welche sich in jedem Industrieland immer wieder finden lassen; ein demographisches Phänomen, welches sich durch die Geschichte der modernen Schweiz zieht. Bis heute.

CH 1964
75 Min, Dialekt,
Regie: Alexander J. Seiler
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