Programm

Diegos Nische

Ende Jahr erhalten wir von unseren Gästen jeweils Wünsche für das Dezemberprogramm. Jedes Mal fällt es uns schwer, eine Auswahl aus den vielen guten Ideen zu treffen. Und eure Vorschläge inspirieren uns immer zu kommenden Programmen.
Einer unserer Besucher hat uns letztes Jahr gleich vier Filmvorschläge eingereicht, welche wir gerne ins Programm aufgenommen hätten. Sie haben uns so sehr zugesagt, und sie passen so schön zusammen, dass wir daran gar nichts mehr ändern mochten. Da bleibt uns nur noch zu sagen: Danke für das pfannenfertige Programm! Das Kino Nische ist nun also für einen Monat Diegos Nische.

Programmation: Diego

So 07. Juni 2009 • 19:30 Uhr

La vraie vie est ailleurs

Im Bahnhof von Genf. Eine Frau nimmt den TGV nach Marseille, wo sie einen Vortrag halten muss. Ein Mann reist nach Berlin zu seiner Freundin, die eben ein Kind geboren hat. Eine junge Frau macht es sich im Nachtzug nach Neapel bequem; sie hat beschlossen, sich dort niederzulassen. Doch eine Zugfahrt ist manchmal mehr als eine einfache Reise, und wenn jemand im ratternden Zug im selben Abteil Platz nimmt, kann eine neue Realität entstehen. Drei Begegnungen, drei Strecken, drei Lebensgeschichten, die auf einem Bahnsteig ins Wanken geraten…
Frédéric Choffat drehte diesen Film mit minimalen technischen Mitteln: eine Kamera, ein Toningenieur und eine Assistentin. Ihm und seinen Mitwirkenden gelingt es, zu zeigen, dass es nicht mehr braucht für wunderschönes Kino.

CH 2006
83 Min, F/d,
Regie: Frédéric Choffat
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So 14. Juni 2009 • 19:30 Uhr

Comment j'ai fêté la fin du monde

Rumänien 1989: Eva lebt mit ihren Eltern und dem siebenjährigen Bruder Lalalilu in einem Quartier von Bukarest. Sie ist Gymnasiastin und eine attraktive junge Frau. Als sie mit ihrem Freund Alex eine Ceausescubüste zu Brüchen bringt, wird sie in eine Umerziehungsanstalt geschickt und lernt den Dissidentensohn Andrej kennen. Gemeinsam planen sie die Flucht. Kaum in der Donau, kehrt Eva aber um zu ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder. Dieser plant mit seinen Freunden bei einer Musikdarbietung zu Ehren des Diktators einen Anschlag auf Ceausescu zu verüben. Doch so weit kommt es nicht: Im Dezember wird Ceausescu gestürzt, am Weihnachtstag werden er und seine Frau hingerichtet.
Regissseur Catalin Mitulescus erklärtes Ziel war es, keinen langweiligen Historienfilm zu drehen, sondern die Umwälzung im Privaten zu zeigen.

Frankreich/Rumänien 2006
106 Min, Rumänisch/d/f,
Regie: Catalin Mitulescu
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So 21. Juni 2009 • 19:30 Uhr

Los lunes al sol

Die Krise in der spanischen Schiffsindustrie macht auch vor der Werft in Vigo nicht Halt. Santa, Lino und José treffen sich jede Woche auf der Fähre, auf dem Weg zum Arbeitsamt. Lino aufgemotzt, im Anzug und nervös, weil er sich um eine Stelle bewerben wird, für die er nicht qualifiziert ist; José zunehmend verunsichert, weil er schlecht damit umgehen kann, dass seine Frau arbeitet, während er stempeln geht; Santa, der sich mit ebensoviel diebischem Charme wie Stolz durchs Leben schlägt. Früher arbeiteten sie alle in der Werft, genau wie Rico, der mit der Abfindung eine Kneipe eröffnet hat. Hier treffen sich die ehemaligen Kollegen. Sie alle kämpfen mit ihren alltäglichen Sorgen – Behördengängen, Zerfall des Selbstwertgefühls, Schulden. Und trotz aller Probleme und Dramen bewältigen sie ihr Leben mit Humor und gegenseitiger Hilfe.
Fernando León de Aranoa ist es gelungen, die Tristesse des Alltages der arbeitslosen Arbeiter mit der nötigen Prise Humor zu zeigen. Sein Film wurde an zahlreichen Festivals mit Preisen geehrt.

Spanien 2003
113 Min, Spanisch/d/f,
Regie: Fernando León de Aranoa
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So 28. Juni 2009 • 19:30 Uhr

Schwarze Schafe

In Schwarze Schafe werden verschiedene Einzelgeschichten erzählt. Der Film begleitet die Protagonisten einen Tag und eine Nacht durch ihr verrücktes Leben in Berlin. Sie sind randständige «Loser», die mit viel Einfallsreichtum an Geld und Profit kommen wollen. Dies ist in der von Armut gezeichneten Metropole Berlin leider kein Zuckerschlecken. Mit abstrusen Betrügereien, Lotterie-Spielen oder gar satanischen Ritualen versuchen sie ihr Glück – und entdecken letztendlich, dass Reichtum auch anderes bedeuten kann als bloss Geld.
Die Filmkritiken sprechen von moralischen Grenzen, an welche das Werk stosse, von Trash und dem Mut, den die Schauspieler gebraucht hätten, um diese schwarzen Schafe zu verkörpern. Die Film-Website selbst schreibt: «Anarchistische Komödie über total normale Tage in Berlin». Ein Stadtportrait aus dem Untergrund – nicht für Zartbesaitete.

Deutschland/Schweiz 2006
95 Min, D,
Regie: Oliver Rihs
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