Programm

ABSCHIEDSFILME

KINO NISCHE 4/01: EPILOG
Das Kino Nische wurde seit 1996 stets von einem Team betrieben, das aus acht bis zehn Leuten bestand. Es gab immer wieder Abgänge und neue Gesichter, die dazu kamen, doch war die Nische in diesen Jahren eine eigentlich recht konstante Sache. Ende April dieses Jahres wird nun aber gleich die Hälfte der momentanen Betriebsgruppe dem Kino Nische aus verschiedenen Gründen den Rücken kehren. Dass diese Trennung nicht allen leicht fällt versteht sich. Darum wollen wir Abgehenden dem letzten Monat mit unserer Beteiligung einen gebührenden Rahmen verpassen und haben gemeinsam ein Programm zusammen gestellt. Herausgekommen ist eine Auswahl von fünf Filmen ohne die gezeigt zu haben, wir nicht von der Nische scheiden wollen. Damit das Ganze aber nicht zum Trauermonat verkommt, gibt es zum Abschluss auch noch ein kleines Fest. Zu unser aller Freude wird am 28. 4. wiedermal Admiral James T. eines seiner legendären Kino Nische-Konzerte geben. Daneben gibt es an diesem Abend Film, Musik und hoffentlich viele Gäste!

Programmation: Duri Galler, Kathrin Keller, Rikki Meyer, Roger Zollinger und Ursula Gfeller

So 01. April 2001 • 20:15 Uhr

WELL DONE

In einem High-Tech-Betrieb sind über 1200 Leute damit beschäftigt, die täglichen Milliarden im schweizerischen Geldverkehr in Form von Datenströmen zu kontrollieren. Aus der Masse von Angestellten ­ aufgesogen vom labyrinthischen Gebäude, erschlagen von Sprachlawinen ­ tauchen einzelne Figuren auf: Die Goldcard-Sachbearbeiterin, der Product Manager, die Abteilungsleiterin, der PC-Supporter, die Key Account Managerin, der Direktor. Die Kamera folgt den unscheinbaren Gesten, Sprechweisen, Blicken. Eindrücklicher, entlarvender und unterhaltender ist die durchorganisierte und -strukturierte Welt einer solchen Konkurrenz- und Effizienz-maschinerie wohl noch nie geschildert worden.

Rikki: Der Spannteppich knistert und knastert so wunderbar – oder sind das die Datenströme – oder die Fingernägel, von denen gleich nichts mehr übrig ist?

CH 1994
75 Min, , 35 mm
Regie: Thomas Imbach
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So 08. April 2001 • 00:00 Uhr

PANZERKREUZER POTEMKIN

Die Besatzung des Panzerkreuzers „Potemkin“ muss verdorbenes Fleisch essen, wogegen sie protestiert. Der Kommandant will daraufhin einen Teil der Matrosen wegen Ungehorsam erschiessen lassen. Doch die dazu aufgebotene Wache begreift, dass sie damit auf ihre Brüder schiessen würde. Sie schliesst sich der Revolte an; und gemeinsam mit den Matrosen meutern sie gegen die Offiziere des Kreuzers. Dieser läuft in den Hafen von Odessa ein, und die sensationelle Nachricht der Revolution auf dem Schiff verbreitet sich schnell in der Stadt ­ die Geschichte nimmt ihren Lauf. Eine bis dahin unbekannte Rhytmik und Dynamik des Schnitts macht diesen Revolutionsfilm zu einem besonders eindringlichen Werk.

Ursula: Noch heute begeistert dieser eindrücklich inszenierte Stummfilm, über die historische Distanz und die filmtechnische Entwicklung hinweg.

UdSSR 1925
75 Min, , 35 mm
Regie: Sergej. M. Eisenstein
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So 15. April 2001 • 00:00 Uhr

DARK STAR

Das Raumschiff Dark Star dümpelt seit 20 Jahren durch den Weltraum mit dem Auftrag, instabile Planeten zu sprengen. Das Schiff ist am Auseinanderfallen, ein Asteroidensturm zerstörte die Schlafkojen und Lagerabteil 9, inklusive der gesamten Klopapiervorräte.

Kultige Parodie auf Kubricks 2001: A Space Odyssee mit Minimalbudget.

USA 1974
82 Min, en/ohne Untertitel, digital
Regie: John Carpenter
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Mo 16. April 2001 • 20:15 Uhr

M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER

Der Filmplot ist heute vielleicht nicht mehr so heiss; haben wir die Story von einem gejagten Triebmörder doch unterdessen in unzähligen Fassungen gesehen. Aber da ist doch noch die Frage des wies und da bleibt M ein Meisterwerk ­ bis heute. Es ist eine intelligente Geschichte, die Lang in seinem ersten Tonfilm erzählt, von einem Kindsmörder, der nicht anders handeln kann und darum selber mehr Opfer als Bestie ist. Er wird grossartig verkörpert von Peter Lorre. Die Kamera erzählt in unvergleichlichen Bildern, ohne Blut und Totschlag, aber mit der symbolischen Unheimlichkeit des Alltags, die Geschichte, so dass man unweigerlich in den Bann dieses Filmes gezogen wird.

Duri: Wie immer bei Lang sind die Bilder der Kamera für sich schon allein veritable Kunstwerke. Ein Zeitdukument von Berlin am Ende der Weimarer Republik, vor der Machtübernahme der Nazis.

Deutschland 1931
105 Min, , 35 mm
Regie: Fritz Lang
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Sa 28. April 2001 • 00:00 Uhr

PERMAMENT VACATION

„Permanent Vacation“ ist Jarmuschs Debütfilm und in gewisser Weise richtungsweisend für sein gesamtes Werk. Die Geschichte von notorischenVerlierern, die sich irgendwie durchs Leben schlagen und das Gefühl nicht loswerden, daß es überall besser ist, wo sie nicht sind, erzählt Jarmusch seitdem in verschiedensten Variationen immer wieder. Auch seine Zusammenarbeit mit dem Musiker John Lurie beginnt mit diesem Film.

Roger: Den hab ich noch nicht gesehen.

Anschliessend ca. 22.00 Uhr:
ADMIRAL JAMES T.
Der Superman mit der Gitarre.

und ausserdem:
Kinophile Klänge von und mit FRAU FELIX

USA 1980
77 Min, , 35 mm
Regie: Jim Jarmusch
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