Programm

Bertolt Brecht

Im Rahmen der Winterthurer Dreigroschenoperaufführung zeigen wir das, was in Brechts Biographien oft nur in Fussnoten erscheint: Filme. Sein Name taucht dabei sowohl als Drehbuchautor wie auch als Lieferant für Theateradaptionen auf.Mit seinen Filmen, die Themen wie Klassenbewusstsein, Revolution, Antifaschismus, Moral und Freiheit beinhalten, war Brecht am Ende selten zufrieden. Dies war vor allem in seinen in den USA produzierten Filmen der Fall, da er sich in seinem Kampf gegen den deutschen Faschismus vom amerikanisch-propagandistischen Stil vereinnahmen liess. Gespannt sein dürfen wir allemal – nicht zuletzt auch auf die Musik von Kurt Weill und Hanns Eisler.
Neben der Inszenierung der Dreigroschenoper im Theater am Stadtgarten finden in Winterthur verschiedene weitere Veranstaltungen zum Thema Bertolt Brecht statt: Lesungen, Konzerte und vieles mehr. Genaueres ist der Homepage des „Vereins Dreigroschenoper“ zu entnehmen: www.dreigroschenoper.ch.vu

So 06. Oktober 2002 • 20:15 Uhr

DIE DREIGROSCHENOPER

Der gefürchtete Gangster Mackie Messer verliebt sich in Polly, die Tochter des Bettlerkönigs Peachum. Dieser ist über die Liaison seiner Tochter dermassen entsetzt, dass er den Polizeichef Tiger Brown erpresst: Entweder wird Mackie gefangen und gehängt, oder ein Protestzug der Bettler stört die Krönungsfeierlichkeiten. Mackie wird verhaftet. Polly ist überzeugt, dass es sinnlos ist, Banken zu berauben; sie kauft sie stattdessen. Peachums Bettler stellen sich gegen ihn und führen ihren Protestmarsch auf eigene Faust durch, wodurch Peachum seine Existenz und Tiger Brown seinen Posten verliert. Zusammen mit dem befreiten Mackie werden sie Vorstandsmitglieder von Pollys Bank.

D/USA 1931
110 Min, ,
Regie: G.W. Pabst
nach
oben

So 13. Oktober 2002 • 20:15 Uhr

KUHLE WAMPE oder wem gehört die Welt

Im Berlin der dreissiger Jahre lebt eine Familie vom kärglichen Verdienst der Tochter Anni, die in einer Fabrik arbeitet. Vater und Sohn suchen schon lange vergebens nach Arbeit. Nachdem sich der Sohn Franz aus Verzweiflung aus dem Fenster stürzt und die Familie das Haus räumen muss, ziehen sie zu Annis Freund Fritz in die Zeltkolonie Kuhle Wampe. Als Anni auch noch ungewollt schwanger wird, ist der Eklat vorprogrammiert.Kuhle Wampe wurde gleich nach seiner Fertigstellung als „staatsgefährdend“ verboten, nach Protesten von verschiedenen Seiten und einer „Zensurkur“ dann aber wieder freigegeben.

Deutschland 1932
74 Min, ,
Regie: Slatan Dudow
nach
oben

So 20. Oktober 2002 • 20:15 Uhr

HANGMAN ALSO DIE! Auch Henker sterben

Der Tschechische Widerstandskämpfer Dr. Svoboda tötet bei einem Attentat den Reichsprotektor Heydrich. Mit Hilfe von Mascha Novotny kann Svoboda zunächst entkommen. Als die Gestapo Geiseln verhaftet, will Svoboda sich stellen. Während die Gestapo bereits auf seiner Spur ist, liefert die Untergrundbewegung schliesslich einen ihr bekannten Spitzel und Kollaborateur als „Täter“ aus. Dieser wird hingerichtet, obwohl die Gestapo weiss, dass das Attentat nicht von ihm verübt wurde. Der Schlusstitel verheisst: Das ist nicht das Ende…
Einer der wenigen Versuche deutscher Emigranten, im Ausland Filme gegen das Hitler-Regime zu drehen. Brecht hat sich später von dem fertigen Film distanziert.

USA 1934
130 Min, ,
Regie: Fritz Lang
nach
oben

So 27. Oktober 2002 • 20:15 Uhr

LIEBE, REVOLUTION UND ANDERE GEFÄHRLICHE SACHEN

Zum 100. Geburtstag Brechts wurde dieses Dokumentarfilm-Essay verwirklicht, das bislang wenig thematisierte biografische Aspekte beleuchtet. Angesiedelt zwischen Dokument und Fiktion, verbindet der Film in einer kunstvollen Montage Archivmaterial mit nachgestellten Situationen aus Brechts Leben.

Deutschland 1998
95 Min, ,
Regie: Jutta Brückner
nach
oben