TERRORISMUS Teil 1
Terroristen gibt es viele. Osama bin Laden ist einer. Das weiss seit dem 11. September jedes Kind. Sie sind gefährlich und böse. Das weiss George Bush ganz sicher. In der Schweiz gibt es keine. Das glauben die meisten SchweizerInnen.
Yassir Arafat war einmal einer. Jetzt ist er legitimierter Staatschef und Friedens-Nobelpreisträger. Jeanne d’Arc war auch einmal eine. Heute ist sie Nationalheldin. Und Wilhelm Tell? Aus der Sicht der HabsburgerInnen ist er ganz klar ein Terrorist. Die Schweiz ist also quasi ein Resultat von terroristischen Kantonen.
Was Terrorismus ist, kommt sehr auf den Sichtwinkel an. Wir haben neun Filme zum Thema. IRA, RAF und Al Kaida fehlen nicht, weitere Stopps machen wir in Bolivien, Südafrika und der Türkei und haben auch drei Filme zur Schweiz.
So 02. Mai 2004 • 20:15 Uhr
CAMENISCH - mit dem Kopf durch die Wand
Der Öko-Kämpfer Camenisch hatte Ende der 70er Jahre in der Schweiz Stromanlagen gesprengt und war dafür in einem Aufsehen erregenden Prozess zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Nach seinem Ausbruch aus der Strafanstalt Regensdorf blieb er für Jahre verschwunden. 1989 tauchte Marco Camenisch wieder auf. Er besuchte das Grab seines kürzlich verstorbenen Vaters. Nur wenige hundert Meter vom Friedhof entfernt, wurde kurz darauf ein Arbeitskollege seines Vaters erschossen aufgefunden. Silvio Huonder, ein in Berlin lebender Bündner Schriftsteller, kennt Marco Camenisch aus seiner Jugendzeit. Er macht sich von Berlin aus auf die Suche nach den Spuren seines ehemaligen Kollegen. Auf seiner Reise trifft er unter anderem Camenischs Komplizen, seine Mutter, die Witwe des getöteten Zöllners – und auf einen ganzen Komplex tragischer Verstrickungen.
87 Min, D/Id,
Regie: Daniel von Aarburg
So 09. Mai 2004 • 20:15 Uhr
IN THE NAME OF THE FATHER
Gerry Conlon ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Der junge Ire treibt sich in Londoner Hippiekreisen herum, als im Vorort Guildford fünf Menschen durch Bomben der IRA getötet werden. Weil die britische Polizei einen schnellen Fahndungserfolg braucht, stürzt sie sich auf Conlon, seine Freunde und seine Familie.
Nach erpresstem Geständnis wird er zu lebenslanger Haft verurteilt und landet im Gefängnis, wo er sich mit seinem Vater Guiseppe die Zelle teilen muss. Zwei, die sich nicht verstehen, können einander nicht mehr ausweichen.
Der schwache Vater und der missratene Sohn – sie müssen miteinander reden und sich auseinander setzen. So kommen sie sich näher, in einem schmerzlichen Prozess, in dem Gerry langsam erwachsen wird…
133 Min, E/d/f,
Regie: Jim Sheridan
So 16. Mai 2004 • 20:15 Uhr
VERHÖR UND TOD IN WINTERTHUR
Sie warfen Farbbeutel, zertrümmerten Scheiben, besetzten leer stehende Wohnungen und unternahmen auch sonst alles Mögliche und Unmögliche, um sich bei den Bürgern der Stadt Winterthur unbeliebt zu machen. Schliesslich wurde dem damaligen Bundesrat Rudolf Friedrich eine selbst gebastelte Bombe aufs Fenstersims seines Hauses gelegt.
Die Reaktion der Behörden war äusserst scharf. Im Rahmen einer grossen Polizeiaktion wurden 27 Jugendliche verhaftet. Gabi, die lediglich einen Farbbeutel gegen eine Kirchenmauer geworfen hatte, nahm sich nach einem stundenlangen Verhör während der Haft das Leben. Ihr Freund, der Kunstmaler Aleks Weber, wurde nach einem Indizienprozess als Haupttäter zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, nach drei Jahren aber wegen Verfahrensfehlern freigelassen.
Ihm und seinen im Gefängnis entstandenen Bildern sowie dem tragischen Tod seiner Freundin gilt das Hauptinteresse des Films.
102 Min, D,
Regie: Richard Dindo
So 23. Mai 2004 • 20:15 Uhr
ERNESTO CHE GUEVARA - das bolivianische Tagebuch
Oktober 1967. Eine Nachricht aus Bolivien geht um die Welt: Ernesto Che Guevara ist tot. Die bolivianischen Militärs behaupten, Che sei im Kampf gefallen, und legen sein Tagebuch vor. Von der mysteriösen Abreise aus Kuba über die Ankunft in La Paz, die Weiterreise in das Gebiet des Nancahuazu-Flusses, die Kämpfe mit der Armee, den Tod der Kameraden, über den Hunger, den Durst, die Krankheiten, die totale Isolation zeichnet der Film den letzten Weg Ches nach. Anhand von Augenzeugenberichten und Dokumenten rekonstruiert der bewegende Film die Ereignisse in Bolivien und vor allem die letzten zwanzig Tage der Guerilla, ihre Einkesselung im Yuro-Tal durch die Armee und die Ermordung Ches in der Dorfschule von Higuera.
92 Min, D,
Regie: Richard Dindo
So 30. Mai 2004 • 20:15 Uhr
CRY FREEDOM
Die unvergessliche Freundschaft zweier unvergesslicher Männer. Richard Attenboroughs umfassendes Porträt des schwarzen Aktivisten Stephen Biko und eines vorurteilslosen weissen Zeitungsredakteurs, der sein Leben riskiert, um der Welt Bikos Botschaft mitzuteilen, stellt die Anspannung und den Terror des vergangenen Südafrikas überzeugend dar. Nachdem er die Grauen der Apartheid durch Bikos Augen kennen gelernt hat, findet Redakteur Donald Woods heraus, dass die Polizei Biko zum Schweigen gebracht hat. Überzeugt, dass Bikos Botschaft nicht verstummen darf, begibt sich Woods auf eine gefahrenvolle Reise, um aus Südafrika zu entkommen und der Welt von Bikos beachtenswertem Mut zu berichten. Die Geschichte, beunruhigend und wahr, bietet eine bewegende Darstellung menschlicher Niedertracht und menschlichen Heldentums.
157 Min, E/d/f,
Regie: Richard Attenborough