Kuba
Ein Land, welches innert einem Jahrhundert zwei Revolutionen durchlebt hat, sich von einer Kolonialmacht und zwei barbarischen Diktatoren getrennt hat und sich nun in den Händen eines weiteren befindet, ein Land, das wie ein grosses Freilicht-Automuseum wirkt, ein Land, das genauestens kontrolliert, wer reinkommt und wer rausgeht, ein Land von dem wir (spätestens seit Buena Vista Social Club) vor allem die Musik kennen, hat sicher viele Geschichten zu erzählen. Und wenn nicht, dann erfindet es halt welche…
Aufruf an alle Nische-Freunde!
Zur Ergänzung unseres Teams suchen wir zwei bis drei Personen, die ein- bis zweimal pro Monat v. a. an Sonntagabenden an Kasse und Bar mithelfen könnten. Bei Interesse kann zudem das Programm mitgestaltet und die Filmprojektion erlernt werden. Kein Vorwissen notwendig. Wir freuen uns auf Deine Antwort!
Sa 05. November 2005 • 20:15 Uhr
DALLAS PASCHAMENDE
Als sein Vater stirbt, kehrt der Lehrer Radu zum ersten Mal seit fünfzehn Jahren wieder in das Dorf seiner Kindheit zurück. Das Roma-Dorf, eine elende Siedlung aus Wellblech- und Pappkartonbehausungen ohne Wasser, Strom oder Kanalisation, liegt am Rande einer gigantischen und apokalyptischen Müllhalde. In einer Mischung aus Ironie und Fantasie haben die Bewohner ihre gottverlassene Müllsiedlung nach der amerikanischen TV-Serie „Dallas“ benannt.
Winti-Premiere!
93 Min, Ov/d,
Regie: Robert Adrian Pejo
So 06. November 2005 • 20:15 Uhr
Soy Cuba
Kalatozovs (Wenn die Kraniche Ziehen 1957) bilderprächtiges Meisterwerk in schwarzweiss spielt im Kuba kurz vor der Revolution. Es herrscht ein grosses soziales Ungleichgewicht. In Havanna lassen es sich die amerikanischen Besatzer besonders gut gehen, während die Bauern auf dem Land ums Überleben kämpfen. Der Nährboden für die Revolution ist gegeben.
141 Min, S/d/f, 35mm
Regie: Mikahil Kalatozov
So 13. November 2005 • 20:15 Uhr
TROPICANITA
Die Leiche eines deutschen Touristen wird in einem Hinterhof gefunden, in der Hand eine Flasche Schnaps und auf dem Rücken umgeschnallte Engelsflügel. Nur der Polizeileutnant Lorenzo glaubt nicht an die Theorie: Betrunkener Ausländer fällt bei einer wilden Party vom Dach. Er beginnt gegen den Willen seines Chefs auf eigene Faust zu recherchieren.
Alle Fiktion ist Lüge, besagt ein geflügeltes Wort aus Kuba. Aber die Lüge, so heisst es da weiter, sei lediglich die ausser Kontrolle geratene Vorstellung einer Wahrheit. Lorenzo ist ein vorbildlicher Polizist aus der Provinz, lebt 900 Kilometer von Havanna entfernt. Er erfindet gerne Geschichten und so ist es nicht weiter erstaunlich, dass er uns eine Geschichte erzählen möchte, die von ihm handelt und vielleicht sogar wahr ist, sicher aber schön erfunden.
112 Min, Sp/d,
Regie: Daniel Dìaz-Torres
So 20. November 2005 • 20:15 Uhr
MADAGASCAR
Der Film erzählt von drei Frauengenerationen: die Grossmutter spielt mit einem jungen Künstlerfreund des Hauses Monopoly und lernt von ihm das Alphabet, die Mutter ist Dozentin der Physik und träumt nachts von ihrem Arbeitstag, und schliesslich die Tochter, die nur davon träumt, nach Madagascar zu gehen.
50 Min, Sp/d/f,
Regie: Fernando Pérez
So 27. November 2005 • 20:15 Uhr
SUITE HABANA
Fernando Pérez zeigt uns vierundzwanzig Stunden Havanna, dabei begleitet er ein knappes Dutzend Personen einen Tag lang mit der Kamera. Am Abend kommt der ganz besondere Rhythmus: nach der Arbeit tauchen die Figuren ins Nachtleben ein, wo sie erst so richtig aufblühen. Pérez komponiert aus Beobachtungen, Klängen, Musik, Gesichtern, Geräuschen, Gesten, Rhythmen seine visuelle Suite und ein Stück Kino, wie man es noch selten gesehen hat.
Eine Liebeserklärung an die kleinen Dinge im Leben und an die Menschlichkeit.
80 Min, Sp/d/f,
Regie: Fernando Pérez