Wir lassen uns nicht behindern
In den Septemberfilmen geht es um Menschen, die etwas anders sind als die Norm, oder vielleicht auch sehr anders. Die Hauptdarsteller und -darstellerinnen sind aus verschiedenen Gründen anders, sei es dass sie so geboren wurden, dass sie dazu gemacht wurden oder dass sie einfach ausprobieren möchten, wie es sich anfühlt gegen die Regeln der Norm zu verstossen. Das Pro Infirmis-Statement im Titel trifft den Kern der Sache: Auch wer anders ist als die Norm lebt sein individuelles Leben mit Höhen und Tiefen, mit persönlichen Wünschen und Ängsten. Keiner soll sich am Leben behindern lassen! Und keiner soll den anderen behindern, denn gerade das Andere bringt Farbe ins Grau, es reflektiert. Und das ist äusserst wertvoll.
Vorprogramm am 18. September um 19 Uhr:
Konzert von Musikuss, der ganz normalen Band
So 04. September 2005 • 20:15 Uhr
JENSEITS DER STILLE
Lara ist acht und in ihrer Familie die einzige, die hören und sprechen kann. Als sie ihre Tante Clarissa trifft, entdeckt sie etwas ganz Neues: Musik. Lara beginnt begeistert Klarinette zu spielen und strapaziert damit die Beziehung zu ihren Eltern aufs stärkste.
Ein einfühlsamer und ehrlicher Film über das vielschichtige Miteinander von gehörlosen und hörenden Menschen.
112 Min, D,
Regie: Caroline Link
So 11. September 2005 • 20:15 Uhr
BAD BOY BUBBY
Ein schmuddeliges Zimmer, das ist die gesamte Welt des 35-jährigen Kindes Bubby. Von seiner Mutter, einer alternden Hure, wird er hier gefangengehalten, entmündigt, sexuell mißbraucht. Als er dann gezwungen ist nach draussen zu gehen, beginnt für ihn als moderner Kaspar Hauser eine Odyssee in einer fremden, entmenschlichten Welt.
Ein zugleich tragischer, beunruhigender und komischer, bisweilen sogar zum Lachen komischer Film ohne jede falsche Sentimentalität.
112 Min, ,
Regie: Rolf de Heer
So 18. September 2005 • 20:15 Uhr
LE HUITIÈME JOUR
Harry ist ein erfolgreicher Geschäftsmann – mitten in der Midlife-crises. Am Rande zum Selbstmord begegnet ihm Georges, ein junger Mann mit Down-Syndrom. Dieser wurde gerade aus dem Pflegeheim entlassen, in das er von seiner Schwester nach dem Tod seiner Mutter gesteckt wurde. Eine magische Begegnung, die sowohl Harry, wie auch das Filmpublikum ein Stück der Welt aus den Augen von Georges sehen lässt…
Vorprogramm Spezial: MUSIKUSS
Um 19 Uhr spielt im Foyer des Gaswerk die „ganz normale Band“ Musikuss. Rockiger Sound mit guten Texten regen das Publikum zum tanzen, lachen und nachdenken an.
118 Min, ,
Regie: Jaco van Dormael
So 25. September 2005 • 20:15 Uhr
IDIOTERNE
Eine Gruppe auf Identitätssuche, Gruppenkonzept: Die Suche nach dem inneren Idioten, idiotisch sein als Provokation. Was sich innerhalb der Gruppe und in gemeinsamen Auftritten in der Öffentlichkeit spannend und lustig anfühlt, überfordert die Einzelnen im persönlichen Umfeld. Unter den „Normalen“ erfährt der Idiot, dass sein Verhalten abweichend und untolerierbar ist. Und was, wenn es jemand trotzdem versucht?
Lars von Trier zu seinen besten Dogma-Zeiten.
111 Min, Dän./dt,
Regie: Lars von Trier