Globalisierung
Jeden Januar wird Davos zum Global Village und die „World Leaders“ und CEO’s von internationalen Konzernen treffen sich zur Beziehungspflege und diskutieren unter sich, wie die Probleme der Welt gelöst werden können. Gleichzeitig treffen sich einige 10’000 Vertreter und Aktivisten von Nicht-Regierungs-Organisationen der Südhalbkugel in Nairobi und diskutieren ebenfalls.
Im Monat der globalen Rhetorik tauchen wir ins Leben der „Globalisierten“ ein und lernen die Globalisierung aus verschiedenster Perspektiven kennen. Wir sind Gast in einem kleinen afrikanischen Dorf, wo der urbane Fortschritt Einzug erhält und das traditionelle Gemeinschaftsleben unwiderruflich verändert. Wir begleiten Menschen, die in Indonesiens illegalen Schwefelminen, in Nigerias Schlachthöfen und auf Pakistans Friedhöfen für Hochseeschiffe körperliche Schwerstarbeit verrichten. In Argentinien sehen wir, wie das Volk auf Kochtöpfe trommelnd den Rücktritt der Regierung erzwingen will, nachdem diese das Land mit Rezepten der Weltbank und des IMF in den Ruin getrieben hat. Zum Schluss begleiten wir zwei europäische Frauen auf ihren Liebesferien ins arme und billige Haiti.
Programmation: Michael Freudiger
So 07. Januar 2007 • 19:30 Uhr
ZAN BOKO
Dieser erste Film zeigt subtil, wie die grosse städtische Welt in die traditionellen Sozialstrukturen eines kleinen afrikanischen Dorfes einbricht. Ausserirdischen Besuchern gleich tauchen Landvermesser in Tingas Dorf auf, stellen ihre Geräte auf und versehen die Häuser mit Ziffern. Für die Bewohner haben diese keine Bedeutung. Der so genannte Fort-Schritt kommt schleichend daher und steht plötzlich unveränderbar da. Mit der ländlichen Gemeinschaft, mit dem Leben im Dorf wird auch der Lebens-Rhythmus, die Identität der Menschen verdrängt.
95 Min, Ov/d ,
Regie: Gaston Kaboré
So 14. Januar 2007 • 19:30 Uhr
WORKINGMAN'S DEATH
Körperliche Schwerstarbeit, wie wir sie aus dem Geschichtsunterricht über die Industrialisierung kennen, ist nicht verschwunden – sie wurde globalisiert!
Workingman’s Death folgt den Spuren von HELDEN in die illegalen Minen der Ukraine, spürt GEISTER den Schwefelarbeitern in Indonesien auf, begegnet LÖWEN in einem Schlachthof in Nigeria, bewegt sich unter BRÜDERN, die ein riesiges Tankschiff in Pakistan zerschneiden, und hofft mit chinesischen Stahlarbeitern auf eine glorreiche ZUNKUNFT.
122 Min, Ov/d/f,
Regie: Michael Glawogger
So 21. Januar 2007 • 19:30 Uhr
MEMORIA DEL SAQUEO
2001 geht Argentiniens Volk auf die Strasse und fordert auf Kochtöpfe trommelnd den Rücktritt der Regierung. Harsch gehen Militär und Polizei in den folgenden Stunden und Tagen auf die Demonstranten los. Doch das Volk, das unzählige Anpassungen überlebt hat, lässt sich diesmal nicht so schnell vertreiben.
Solanas zeigt in diesem Film, wie Argentinien im Laufe der letzten 30 Jahre durch Globalisierung, Misswirtschaft und politische Korruption in den Ruin getrieben wurde.
118 Min, Ov/d/f,
Regie: Fernando Solanas
So 28. Januar 2007 • 19:30 Uhr
VERS LE SUD
Erzählt wird die Geschichte von Legba, einem jungen Haitianer, der seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf seines Körpers an ältere, liebesbedürftige Touristinnen bestreitet.
Mit seinem neuen Film gelingt dem französischen Regisseur Laurent Cantet eine sozialkritische und differenzierte Auseinandersetzung mit einem heiklen Thema: den so genannten Liebesferien in Drittweltländern. Cantet entwirft das einfühlsame und vielschichtige Porträt zweier Frauen, die, auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit, als Sex-Touristinnen die Karibik bereisen.
107 Min, Ov/d/f,
Regie: Laurent Cantet