Programm

Flüchtlinge

Rund 42 Millionen Menschen sind zur Zeit auf der Flucht, mussten alles zurücklassen. Viele von ihnen suchen Zuflucht in Flüchtlingslagern. Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) gibt Einblick in ein solches mit der Ausstellung Überleben auf der Flucht vom 14. September – 3. Oktober im Stadtpark Winterthur. Anlass genug für uns, Filme zu zeigen, die sich mit tragischen, ermutigenden oder ernüchternden Geschichten von Flüchtlingen auseinandersetzen und auf ihre Weise das Reisen ins Ungewisse dokumentieren.

Programmation: Marco Bürki

So 06. September 2009 • 19:30 Uhr

Reise der Hoffnung

Zusammen mit seinen 7 Kindern tritt ein kurdisches Ehepaar in einem kleinen Dorf in der Türkei die Reise an, die es aus der armen Heimat in die reiche Schweiz führen soll. Als die Einreise über den Zoll nicht gelingt, fällt die Gruppe in Mailand Schleppern in die Hände. Beim nächtlichen Grenzübertritt am Splügenpass wird die Familie im Schneetreiben auseinander gerissen. Die Reise der Hoffnung wird zum Kampf ums Überleben. Der Film basiert auf einer authentischen Geschichte und ist 1991 mit einem Oscar ausgezeichnet worden.

CH 1989
108 Min, D,
Regie: Xavier Koller
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So 13. September 2009 • 19:30 Uhr

Salt of this Sea

Die 28-jährige Soraya reist aus Brooklyn, wo sie aufgewachsen ist, zum ersten Mal in die Heimat ihrer Vorfahren, nach Palästina. Hier versucht sie, das eingefrorene Geld ihrer Grosseltern vom Konto in Jaffa abzuheben, und begibt sich unverhofft mit dem hier geborenen Emad auf eine Reise durch die Landschaften. Salt of this Sea ist ein Roadmovie, das die Suche nach den verlorenen Wurzeln beschreibt und nach dem, was man mit „Heimat“ bezeichnet.

F 2008
109 Min, ARA/d/f,
Regie: Annemarie Jacir
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So 20. September 2009 • 19:30 Uhr

La Forteresse

Nach ihrer nicht selten lebensgefährlichen Reise in die Schweiz wähnen sich viele Flüchtlinge in Sicherheit. Doch die letzte, entscheidende Prüfung steht noch bevor: das neue Schweizer Asylverfahren. Zum ersten Mal durchdringt eine Kamera uneingeschränkt die Mauern eines Schweizer Empfangszentrums für Asylbewerber. Sie vermittelt einen menschlichen Blick auf einen kargen Übergangsort, wo Menschen zwischen Hoffen und Bangen darauf warten, dass der Staat über ihr Schicksal entscheidet. Mit Respekt und nicht ohne Humor führt uns der preisgekrönte Dokfilm ins Zentrum eines Orts, wo täglich Menschen aussortiert werden.

CH 2008
100 Min, F/d,
Regie: Fernand Melgar
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So 27. September 2009 • 19:30 Uhr

Au Loin des Villages

Im April 2006 flohen 13’000 Dajos und fanden Unterschlupf im Osten des Tschad. Sie alle sind Überlebende des Krieges in Darfur. Sie haben ein Lager gebaut und eingerichtet, haben sich eingeschlossen und eine Form des Überlebens erfunden. Der Autor seinerseits hat sich in dieses Gefängnis ohne Mauern begeben. In ruhigen, geduldigen Aufnahmen erzählt er von der endlos wirkenden Zeit des Wartens. Ein Leben in Zeitlupe, schwebend, in der Armut ausgesetzt. Flüchtlinge erzählen, Kinder machen Zeichnungen vom Krieg, Mädchen singen Kriegslieder: Ein Film vom Krieg ohne ein einziges Kriegsbild.

CH 2008
77 Min, VO/d/f,
Regie: Olivier Zuchuat
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