Realität / Wunsch / Kontrolle
In diesem Monat dreht sich in der Nische alles um die Realität des Lebens, der man sich täglich stellt oder dem Wunsch das Leben so hinzubiegen, dass man sich Verwirklichen kann. Wichtig dabei ist die Kontrolle über sein Leben, diese Kontrolle wird sehr stark von aussen beeinflusst. Von den Erwartungen der Gesellschaft an das Individuum. Dabei ist die Auseinandersetzung mit der Erwartung der Gesellschaft von Interesse. Tut man diese Auseinandersetzung bewusst oder stellt man seine eigentlichen Wünsche zurück, resp. will man diese gar nicht erkennen, um sich damit nicht auseinander zusetzten. Weil es Veränderung und damit einen Austritt aus dem normalen Trott bedeutet. Die Filme in diesem Monat geben Einblick in verschiedene Facetten zu diesem spannenden, erlösenden Thema.
Programmation: Patrik Bischof
So 07. Februar 2010 • 19:30 Uhr
Revolutionary Road
Das Ehepaar April und Frank Wheeler lebt mit seinen zwei kleinen Kindern in der Nähe von New York, wo Frank einem öden Bürojob nachgeht. Jeden Morgen wird er mit einer amorphen Masse anderer Büroangestellter am Bahnhof ausgespuckt, am Abend kommt er heim zu einer Ehefrau, die sich in der spießigen Vorortidylle wie in einem Gefängnis fühlt. Dabei hatten sie als junges Liebespaar so hochfliegende Vorstellungen von dem, was das Leben noch für sie bereithalten sollte. In einem Moment von Aufruhr beschließt April, dass die Familie nach Paris umziehen soll, wo sie als Sekretärin für die Familie sorgen will, während Frank herausfindet, was seine tatsächliche «Bestimmung» im Leben ist. Doch das erstickende Klima des Nachkriegs-Amerika wie auch Franks Bedürfnis nach Sicherheit rütteln an der Entscheidung.
118 Min, E/d/f,
Regie: Sam Mendes
So 14. Februar 2010 • 19:30 Uhr
The Limits of Control
Ein eher wortkarger Typ übernimmt einen geheimnisvollen Auftrag, der ihn nach Spanien führt. Angefangen in Madrid und Sevilla, geht’s immer tiefer in die hinterste Provinz des Landes. Auch wenn er zwischendurch immer wieder eine Weile auf seine Anweisungen warten muss, verbittet er sich jede Ablenkung, und er stellt strenge Regeln auf: Keine Schusswaffe, kein Handy, kein Sex ist seine Devise. Selbst mit dem Reden hält er sich stark zurück, umso mehr sprechen die exzentrischen Leute im Dienst seiner Auftraggeber. Der Film wirkt wie eine Art Traum, in dem Genreelemente und Philosophierereien locker durch einander gewürfelt werden.
116 Min, E/d/f,
Regie: Jim Jarmusch
So 21. Februar 2010 • 19:30 Uhr
Elegy
Der 55-jährige Literaturkritiker David Kepesh lebt in New York City, unterrichtet an einer Hochschule und genießt die Verehrung seiner Studentinnen. Er hat eine gescheiterte Ehe und verschiedene oberflächliche Beziehungen hinter sich, lässt aber keine Frau wirklich an sich heran. Das ändert sich, als Consuela Castillo den Hörsaal betritt. Kepesh ist fasziniert von ihrer sinnlichen Schönheit. Das erste Mal in seinem Leben verliebt er sich, und Consuela erwidert seine Gefühle. Für ihn völlig ungewohnt empfindet er Eifersucht, Angst und Unsicherheit.
106 Min, E/d/f,
Regie: Isabel Coixet
So 28. Februar 2010 • 19:30 Uhr
Séraphine
1912 zieht der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde in das Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen und sich vom hektischen Leben in Paris zu erholen. Als Haushälterin stellt er die widerborstige und unscheinbare Séraphine ein. Eines Tages entdeckt er bei Nachbarn eine kleine Malerei, die ihn sogleich fasziniert. Zu seiner grossen Überraschung stellt sich heraus, dass das Bild von seiner Haushälterin Séraphine gemalt worden ist. Von den unkonventionellen Werken begeistert, beschliesst der Kunstkenner Uhde, der als Entdecker von Picasso und Rousseau gilt, die eigenwillige und von ihren Mitmenschen belächelte Séraphine zu fördern.
125 Min, F/d,
Regie: Martin Provost