Programm

Steve Buscemi

Steve Buscemi gilt als Ikone des US-Independent-Kinos. Der New Yorker Schauspieler, Regisseur und Autor mit der archetypischen Gestalt eines Aussenseiters und Antihelden spielte mit Quentin Tarantino („Reservoir Dogs“), Tom DiCillo („Living In Oblivion“), Terry Zwigoff („Ghost World“) und mehrfach mit den Coen Brüdern zusammen. Mit diesen teilt Buscemi die Vorliebe für Geschichten von Verlierertypen in aussichtslosen Situationen. Oft spielt er nicht die Hauptrolle, verleiht den Filmen aber dennoch ihre Einzigartigkeit und das Quäntchen Skurrilität für das Prädikat „Kultfilm“. Als Regisseur und Drehbuchautor und teilweise gleichzeitig als Schauspieler, beschäftigt sich Buscemi mit dem Amerika der einfachen Leute jenseits des Hochglanz-Hollywoods („Trees Lounge“, „Lonesome Jim“) und konfrontiert diese Welten auf ironische Weise und sehr direkt miteinander („Interview“, „Delirious“). Wir präsentieren im Januar eine feine Auswahl an unkonventionellen „Indie“-Filmen von oder mit Steve Buscemi.

Programmation: Raphael Karrer

So 02. Januar 2011 • 19:30 Uhr

Fargo

Eine vorgetäuschte Entführung läuft völlig aus dem Ruder, woraufhin sich die winterliche Landschaft Minnesotas in Windeseile blutrot färbt. Schrullige Figuren und brutale Morde soweit das Auge reicht: Hier behält nur die hochschwangere Polizeichefin mit lakonischem Humor einen kühlen Kopf. Frances McDormand in ihrer Paraderolle im schwarzhumorigen Coenschen Meisterwerk.

USA 1996
98 Min, en/de, digital
Regie: Joel Coen
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So 09. Januar 2011 • 19:30 Uhr

Trees Lounge

Tommy Basilio verliert seinen Job und seine Freundin an seinen Ex-Boss. In der Bar „Trees Lounge“ ist er unter seinesgleichen: Schräge Exzentriker, dem Alkohol nicht abgetan, welche ziellos durchs Leben strampeln. Tommy steckt ein, ohne zu klagen, auch als er sich ungeschickterweise mit der Tochter seines Freundes einlässt. In seinem ersten Langspielfilm als Regisseur, und gleichzeitig in der Hauptrolle, inszeniert Steve Buscemi tragikomisch das selbstzerstörerische Verhalten einer verlorenen Seele und ein Stück Amerika jenseits von Glanz und Gloria.

USA 1996
95 Min, Ov/df,
Regie: Steve Buscemi
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So 16. Januar 2011 • 19:30 Uhr

Reservoir Dogs

Gangsterboss Joe schart eine Gruppe Verbrecher zusammen (u.a. Steve Buscemi als Mr. Pink), um einen Überfall auf einen Juwelierladen zu verüben. Der Coup endet im Chaos, vermutlich hat sie jemand verraten. Nach und nach treffen sie in der vereinbarten Lagerhalle ein, doch das Vertrauen ist weg. Quentin Tarantino lässt in seinem unkonventionellen Regiedebut den eigentlichen Überfall aus und erzählt uns die Hintergründe in Rückblenden. Ein blutiges Vergnügen!

USA 1991
99 Min, Ov/df,
Regie: Quentin Tarantino
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So 23. Januar 2011 • 19:30 Uhr

Ghost World

Enid und Seymour sind Nerds. Sie, gerade den Schulabschluss hinter sich, auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und die ganze Welt mit Zynismus überziehend. Er, ein etwas in die Jahre gekommener und einsamer Sammler von alten Blues Platten. Enid distanziert sich immer mehr von ihrer besten Freundin, während sie im Kunstkurs sowie in mehreren kurzzeitigen Jobengagements aneckt. Einzig Seymour scheint sie zu verstehen. Zwischen den beiden Seelenverwandten entsteht eine tiefe Freundschaft, die jedoch durch eine über eine Annonce gefundene Affäre Seymours auf die Probe gestellt wird. Eine heiter-lakonische Komödie über Unverstandensein, Leidenschaft und das Abmelden aus einer Geisterwelt.

USA 2001
111 Min, Ov/df,
Regie: Terry Zwigoff
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So 30. Januar 2011 • 19:30 Uhr

Lonesome Jim

Im grossen New York als Schriftsteller und Hundesitter gescheitert, kehrt Jim zurück zu seinen Wurzeln; ins Provinznest Goshen im Bundesstaat Indiana. Doch seine schräge Familie ist ihm nicht gerade eine grosse Hilfe bei der Suche nach neuen Lebensinhalten, noch weniger sein krimineller Kumpel Evil. Als Jim bereits wieder ans Abreisen denkt, trifft er die charmante Krankenschwester und allein erziehende Mutter Anika. Steve Buscemi inszenierte mit „Lonesome Jim“ einen feinfühligen Film: Mal witzig, mal schwarzhumorig, mal melancholisch und tragisch, und hervorragend gespielt.

USA OV/df 2005
91 Min, OV/df,
Regie: Steve Buscemi
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