Programm

Neues Deutsches Kino

Bis kurz vor der Jahrtausendwende machte das deutsche Kino vor allem mit Beziehungskomödien oder international ausgerichteten Produktionen auf sich aufmerksam. Doch nach dem Grosserfolg von Tom Twykers „Lola rennt“ im Jahr 1998 wurden zunehmend auch innerdeutsche Themen und Problematiken ins Licht der Filmscheinwerfer gerückt, wozu auch viele ideenreiche junge Regisseure ihren Beitrag leisteten. Das Kino Nische bietet im Februar mit einer Filmschau aus den letzten 10 Jahren einen Einblick in die neuen Themen und Drehbücher des deutschen Kinos. Dabei spannt sich der Bogen vom Zusammenleben verschiedener Kulturen, über soziale Probleme in Grossstädten, bis hin zur Sinnsuche von Jugendlichen und der besonderen Ästhetik von Filmen der Stilrichtung „neue Berliner Schule“.

Programmation: Ulrich Hopp

So 06. Februar 2011 • 19:30 Uhr

Gegen die Wand

Der versoffene, fatalistische, vom Leben desillusionierte Türke Cahit trifft nach einem selbstverschuldeten Autounfall im Spital auf die junge Türkin Sibel. Nach einem Suizidversuch will sie ihr Leben radikal ändern. Aus heiterem Himmel bittet Sibel Cahit, sie zu heiraten. Nicht aus Liebe, sondern um sich so vom strengen Familien- und Mentalitätskorsett befreien zu können. Cahit willigt in die Scheinhochzeit ein, doch bald kommen wahre Gefühle auf und aus der Zweckgemeinschaft wird eine dramatische Amour-Fou-Beziehung.
2004 erhielt der deutsch-türkische Regisseur an den Berliner Filmfestspielen den Goldenen Bären für sein Werk. Der Kameramann Rainer Klausmann wurde im selben Jahr für seine sensible Bildgestaltung mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet

Fatih Akin 2004
121 Min, OVdf,
Regie: Fatih Akin
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So 13. Februar 2011 • 19:30 Uhr

Knallhart

Der 15-jährige Michael und seine Mutter Miriam müssen ihre jahrelange Bleibe, die Zehlendorfer Villa von Miriams Liebhaber, verlassen. Sie kommen in einer schäbigen Hinterhauswohnung in Berlin-Neukölln unter und Michael muss fortan im sozialen Brennpunkt zur Schule gehen. Während Miriam sich mit neuen Liebhabern in der rauhen Umgebung „einlebt“, muss sich Michael den brutalen Erpressungen der Kiez-Gang um Erol erwehren, um nicht selbst Opfer zu werden. Unbemerkt von seiner Mutter schwänzt er die Schule, gerät in einen Teufelskreis aus Diebstahl, Hehlerei und Drogenhandel, bis es schliesslich zur offenen Konfrontation mit Erol kommt.
Angelehnt an das Genre des Gangsterfilms ist „Knallhart“ eine spannende, gradlinige und atmosphärisch dicht erzählte Grossstadtgeschichte. Der Film besticht durch authentisch wirkende Milieuschilderung, hervorragende Charakterdarsteller und einen – u. a. durch Farbgebung und Lichtsetzung betont – ungeschönten Blick auf die Berliner Realität.

Deutschland 2006
100 Min, OV,
Regie: Detlev Buck
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So 20. Februar 2011 • 19:30 Uhr

Yella

Yella will fort aus Wittenberge, diese im Aufschwung vergessene Kleinstadt im Osten Deutschlands. Die Firma ihres Mannes ist Pleite gegangen, die Ehe dramatisch gescheitert. In Hannover lernt sie Philipp kennen, der für eine Private Equity-Firma arbeitet. Als seine Assistentin bewährt sie sich in der Welt der gläsernen Büros und undurchsichtigen Bilanzen. Philipp ist aufmerksam, mit einem Ziel vor Augen, einem handfesten Traum, der ein gemeinsamer werden könnte. Yella wird seine Gefährtin. Unmerklich nistet sich die Liebe in ihre Komplizenschaft ein. Doch immer wieder bricht etwas auf, zieht sie etwas zurück zum Ort, den sie verlassen hat, drängen Bilder, Stimmen, Geräusche aus der Vergangenheit in ihr neues Leben.

Deutschland, Italien 2007
90 Min, OV,
Regie: Christian Petzold
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So 27. Februar 2011 • 19:30 Uhr

Hotel Very Welcome

Fünf Rucksacktouristen reisen durch den grossen, exotischen Vergnügungspark Asien, um dem europäischen Alltag zu entfliehen. Mit reichlich Einsamkeit im Gepäck arbeiten sie in der Ferne Indiens und Thailands hart am Glücklichsein: Josh und Adam verfangen sich in der Ekstase globaler Beach-Partys. Svenja sitzt in einem Hotelzimmer in Bangkok fest und telefoniert ihrem verpassten Rückflug hinterher. Liam taumelt derweil mit erweitertem Bewusstsein durch Indien, um sich von seinen Problemen zu Hause abzulenken, während Marion in der Meditation einen Weg findet, an sich selbst zu scheitern. Am Ende der Reise wartet auf einige der Backpacker ein Neuanfang – und auf die anderen immerhin ein Anschlussflug.

Deutschland 2007
89 Min, OV,
Regie: Sonja Heiss
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