Beziehung zwischen Jung und Alt
Traumprinzen und -prinzessinnen fallen nicht vom Himmel – und doch tauchen sie manchmal, in mehr oder weniger seltenen Momenten, plötzlich auf, inmitten des anderen Lebens, unangemeldet, unverhofft, sind einfach da und nicht wieder wegzudenken. Das Kino Nische zeigt im April in fünf Filmen fünf komplett verschiedene zwischenmenschliche Geschichten, die allesamt geprägt sind vom Altersunterschied zwischen den sich liebenden, sich verehrenden oder sich begehrenden Protagonisten. Beziehungen, jede in ihrer eigenen Schönheit und auch in ihrer eigenen Komplexität. Das Alter sei dahingestellt.
Denn die Liebe hat kein Alter, kennt keine Gesetze und entspricht schon gar nicht den Vorstellungen der Gesellschaft, der Eltern, oft nicht einmal den eigenen. Obwohl wir meinen, die Wahl zu haben, werden vielleicht doch eher wir vom Leben und dessen Geheimnissen- und Aufgaben ausgesucht. Unerklärlich starke Verbindungen sind grösser und stärker als jeglicher Verstand, grösser als der Wunsch, irgendwelchen Normen zu entsprechen. Dies erfahren eine Antiquitätenverkäuferin und ein Jüngling, eine Lehrerin und ein Schüler, ein Vater und dessen Tochter, der neue Freund der Mutter und deren Tochter, ein junger Spanner und eine reife Frau.
Wir wünschen all denen, die vielleicht selbst Jung oder Alt in der Beziehung sind (aber auch allen andern) viel Verständnis und wohl aufgehobene Zusammengehörigkeitsgefühle; denn wenn Beziehungsgeschichten vom Altersunterschied getrennt sind oder werden, glaubt man sich oft einzig, alleine und unverstanden damit.
Ist Mann/Frau aber nicht! Das zeigt uns das Kinonische-Programm im April!
PS: Gewidmet einem alten Freund.
Programmation: Miranda Külling
So 01. April 2012 • 19:30 Uhr
Bazar
Die sechzigjährige Antiquitätenhändlerin Gabrielle geniesst ein erfülltes Leben mit ihren Freunden, ihrer Tochter Elvire und einem Beruf, den sie liebt. Als sie die Kündigung für ihr Geschäft in einem gutbürgerlichen Genfer Quartier erhält, geraten ihre berufliche Zukunft und ihr Gefühlsleben ins Wanken. Sie fürchtet sich vor der erzwungenen Pensionierung und verlässt ihre Freunde, ihren Geliebten und ihre Tochter. Mit dem 25-jährigen Bildhauer Fred aus Portugal bricht sie zu neuen Ufern auf.
103 Min, fr/d ,
Regie: Patricia Plattner
So 08. April 2012 • 19:30 Uhr
The Reader
Als der 15-jährige Schüler Michael (David Kross) einen Blackout hat, hilft ihm die wesentlich ältere Schaffnerin Hanna (Kate Winslet). Nach seiner Genesung entwickelt David eine erotische Leidenschaft für sie und liest ihr regelmäßig vor – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Viele Jahre später trifft David Hanna wieder: Vor Gericht, wo sie sich für eine dunkle Vergangenheit verantworten muss. Seine Zuneigung besteht weiter.
124 Min, en/d/f/i,
Regie: Stephen Daldry, nach einem Roman von Bernhard Schlink
So 15. April 2012 • 19:30 Uhr
Homo Faber
Auf einer Flugreise trifft der 50-jährige UNESCO-Ingenieur Walter Faber auf den Bruder seines Studienfreundes Joachim Henke und erfährt, dass Joachim Fabers Jugendliebe Hannah geheiratet hatte. Doch bevor Faber Joachim besuchen kann, begeht dieser Selbstmord. Fabers Leben gerät ins Wanken. Auf einem Schiff nach Europa lernt er die 20-jährige Sabeth kennen. Fasziniert begleitet er die junge Frau und schläft schließlich mit ihr, ohne zu ahnen, dass ihn mehr als ein Liebesverhältnis mit ihr verbindet…
117 Min, De/e/f,
Regie: Volker Schlöndorff, nach dem Roman von Max Frisch
So 22. April 2012 • 19:30 Uhr
Fish Tank
Da prallen eine Mutter, auf der verzweifelten Suche nach einem Freund, und deren Tochter aufeinander: Die Mutter kann für ihre Tochter Mia höchstens ein negatives Vorbild sein, deren Leben ist das Letzte, was Mia will. Nur den guten Sex, den die Mutter seit kurzem mit ihrem neuen, attraktiven Freund genießt, den will sie endlich auch – vielleicht sogar den Freund. Der hormonelle Überdruck entlädt sich je nach Situation in schlagfertigen Antworten oder provozierenden Aktionen, wenn nicht der Alkohol oder die Musik, meist beide zusammen, ihre dämpfende Wirkung entfalten.
124 Min, En/d/f,
Regie: Andrea Arnold
So 29. April 2012 • 19:30 Uhr
Hallam Foe - This Is My Story
Ein minderjähriger Spanner entdeckt die Liebe – eine Reifeprüfung durchs Fernglas. Hallam Foe hat ein ungewöhnliches Hobby: Er schleicht sich in das Leben anderer, beobachtet deren Alltag, sieht deren kleine Geheimnisse und grosse Sehnsüchte – und kennt sie so oft besser als sie sich selbst. Dabei bleibt er stets passiver Zuschauer und das eigene Leben zieht regelrecht an ihm vorbei. Erst als er über den Dächern von Edinburgh die Liebe entdeckt, beginnt er das Leben mit anderen Augen zu betrachten und lernt, auch sein eigenes in die Hand zu nehmen.
95 Min, English/d/f,
Regie: David Mackenzie