Bayrischer Juni
Ob die Uhren wirklich anders gehen in Bayern? Das Nischeprogramm im Juni könnte das vielleicht klären. In allen Filmen spielt der Glaube eine zentrale Rolle: In Eine ganz heisse Nummer droht eine neue Geschäftsidee mit dem katholischen Dorfgeist in Konflikt zu geraten. Die Sannyasin Kommune zieht in Sommer in Orange ins Bayerische Dorf und mischt somit die eigene, sowie auch die gesamte Dorfgemeinschaft auf. Schuldbewusstsein und daraus entstehende Albträume führen uns in Wer früher stirbt ist länger tot in die Welt des Sebastian, der Gitarre lernt, um unsterblich zu werden. In Dreiviertelmond prallen Kulturen aufeinander, als das türkische Mädchen Hayat plötzlich im Leben des deutschen Taxifahrers Hartmut auftaucht. Zum Abschluss des Filmmonats begleiten wir in Boarisch pilgern Bayerische Pilger auf ihrer Wanderung nach Altötting – jeder hat seine eigene Art, überschüssige Pfunde loszuwerden…
PS: Während des Bayerischen Monats offerieren wir unseren BesucherInnen in Dirndl und Lederhosen ein Getränk!
Programmation: Vittorio Moretta
So 03. Juni 2012 • 19:30 Uhr
Eine ganz heiße Nummer
Die Zeiten sind für niemanden rosig. Der grösste Arbeitgeber der Region hat dicht gemacht. Im Dorfladen von Waltraud, Maria und Lena hat es immer weniger Kunden – die Pleite droht. Doch da erhält Maria einen schlüpfrigen Anruf – der Kerl ist offensichtlich falsch verbunden. Der Zwischenfall bringt Maria auf eine geniale Idee: Ein erotischer Telefonservice würde die serbelnden Finanzen gewiss schnell aufbessern…
95 Min, D, 35mm
Regie: Markus Goller
So 10. Juni 2012 • 19:30 Uhr
Sommer in Orange
Raus aufs Land, Richtung Selbstverwirklichung! Das ist es, was Amrita will. So zieht die Bhagwan-Anhängerin mit ihren zwei Kindern und ihrer Wohngemeinschaft von Berlin in die Provinz. Mit dem beschaulichen Alltag der Dorfbewohner ist es mit der Ankunft der Gruppe schlagartig vorbei. Plötzlich treffen Urschreitherapie und Vollkornschrot auf Schützenverein und Blasmusik.
110 Min, D, 35mm
Regie: Marcus H. Rosenmüller
So 17. Juni 2012 • 19:30 Uhr
Wer früher stirbt ist länger tot
Den 11-jährigen Sebastian (Markus Krojer) plagen ernste Sorgen: Zufällig hat er erfahren, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist. Als „Mörder“ seiner Mutter – davon ist Sebastian fest überzeugt – erwartet ihn das ewige Fegefeuer. Wie aber kann man den Tod vermeiden? Durch Unsterblichkeit – und unsterblich, so heißt es, wird man als Rockstar. Aber das ist nicht so einfach zu machen, als Elfjähriger in der hintersten Provinz. Vielleicht kann er der Höllenstrafe ja auch entgehen, indem er Wiedergutmachung leistet? Das könnte er, indem er dem Vater eine neue Frau organisiert. Also macht sich Sebastian daran, die neue, attraktive Lehrerin mit dem nichts ahnenden Papa zu verkuppeln… Die witzige und originelle Provinzkomödie, die auch vor ernsten Themen und philosophischen Fragen nicht zurückschreckt, geht auch in der filmischen Gestaltung innovative, ungewöhnliche Wege.
105 Min, D , 35 mm
Regie: Marcus H. Rosenmüller
So 24. Juni 2012 • 19:30 Uhr
Dreiviertelmond
Hartmut Mackowiak steht unter Schock. Seine Frau verlässt ihn nach 30 Ehejahren für einen anderen Mann. Plötzlich muss er sein Leben noch einmal vollkommen neu ordnen, und dabei hat der mürrische Taxifahrer doch am liebsten seine Ruhe und verschanzt sich hinter einem Panzer aus Vorurteilen, Selbstgenügsamkeit und skeptischer Ablehnung gegenüber allem Fremden und Neuen. Da passt es ihm auch gar nicht, dass die 6-jährige Hayat plötzlich mutterseelenallein in seinem Taxi auftaucht, kein Deutsch spricht und nun auf seine Hilfe angewiesen ist.
95 Min, D, 35mm
Regie: Christian Zübert
So 01. Juli 2012 • 19:30 Uhr
Boarisch pilgern
Boarisch pilgern erzählt die Geschichte von drei übergewichtigen Männern, die sich, unabhängig voneinander, entschließen, in eine Abnehmklinik zu gehen. Dort bemerken sie, daß nicht alles so läuft, wie gewünscht. Kurzerhand beschliessen die drei “Neufreunde”, auf eine andere Art und Weise abzuspecken. Eine Pilgerreise nach Altötting soll die überschüssigen Pfunde entfernen. Der zwangsbeurlaubte Radiomoderator Girgl, der Angestellte Walter und der Staubsaugervertreter Rüdiger, der dem Erfolg erfolglos nachrennt, machen sich auf den Weg. Leider entgleitet diese Wallfahrt, da die drei Pilger einem Pfarrer unwißenderweise Geld stehlen, das diesem aber selbst nicht gehört. Ein weiterer Nebenstrang der Geschichte zeigt, wie Girgl seinem Chef die zwei neu gefundenen Freunde als pilgernde, urbayerische Eremiten aus dem bayerischen Wald und somit als Top-Story für dessen Sender verkauft. Ein Wettlauf zwischen Pfarrer und Presse gegen unsere drei Hauptdarsteller beginnt.
70 Min, D, digital
Regie: Erik Grun