Schön bis in den Tod – Die visuelle Ästhetik moderner Horrorfilme
Saw, Halloween oder Dawn of the Dead: Entweder triefend blutige Torture Porn- bzw. Slasherfilme oder unappetitliche Zombiestreifen kommen einem vermutlich als Erstes in den Sinn, wenn man an Horrorfilme denkt. Doch dieses Filmgenre, das als eines der kreativsten überhaupt gilt, kann sich auch von seiner ruhigen, fast poetischen Seite zeigen. Mit dem gekonnten Spiel von Licht und Schatten, mit langsamen Kamerafahrten, genau pointierten Schockmomenten und stimmig erzählten Geschichten.
Im April widmen wir uns deshalb dem allerersten Nische-Horrorprogramm und zeigen, dass in dieser Gattung viel mehr steckt, als auf den ersten Blick vermuten lässt. Wer einen zweiten riskiert, dem eröffnet sich die ganze Schönheit im Augenblick des Todes.
Tipp: Immer mittwochs Filme für die Erde in der Coal Mine.
Programmation: Sarah Stutte
So 06. April 2014 • 19:30 Uhr
EL ORFANATO
Laura hat die schönsten Jahre ihrer Kindheit in einem Waisenhaus an der spanischen Küste verbracht. Zusammen mit ihrem Mann Carlos und ihrem siebenjährigen Adoptivsohn Simon will sie dort nun ein Heim für geistig behinderte Kinder realisieren. Doch am Tag der Eröffnung ist Simon nicht mehr auffindbar und auch ein halbes Jahr danach bleibt er verschollen. Der oldfashioned Grusler gewann sieben Goyas und ist nach Pan’s Labyrinth der erfolgreichste spanische Film aller Zeiten.
105 Min, S/d, digital
Regie: Juan Antonio Bayona
So 13. April 2014 • 19:30 Uhr
WE ARE WHAT WE ARE
In einem abgelegenen Bergdorf irgendwo in den USA hat ein Unfall, infolge eines heftigen Sturms, den Parkers gerade die Mutter genommen. Dieser Verlust bringt das auf religiös motivierten Ritualen beruhende Familiengefüge ins Wanken. Die wunderschön fotografierte Kannibalengeschichte ist eine gelungene Neuinterpretation des ebenso sehenswerten mexikanischen Originals Somos lo que hay.
105 Min, E/d, digital
Regie: Jim Mickle
So 20. April 2014 • 19:30 Uhr
LÅT DEN RÄTTE KOMMA IN
Der schmächtige, zwölfjährige Oskar hat es nicht leicht. Seine Eltern leben getrennt, in der Schule wird er verprügelt. Als er mit Eli eine neue, gleichaltrige Nachbarin bekommt, fühlt er sich zum ersten Mal nicht mehr einsam. Doch mit dem Auftauchen des bleichen, ernsten Mädchens beginnt auch eine Serie unerklärlicher Morde. Der atmosphärisch- dichte Vampirfilm ist trotz blutigem Einsatz pure Poesie, gewann zahlreiche Preise und zog ein US-Remake nach sich.
110 Min, Schwe/d, 35mm
Regie: Tomas Alfredson
So 27. April 2014 • 19:30 Uhr
THE PACT
An das Haus ihrer verstorbenen Mutter knüpft Annie nur schlechte Erinnerungen. Einmal mehr als ihre Schwester und ihre Cousine dort spurlos verschwinden. Die junge Frau macht sich auf die Suche nach Antworten, doch manche Türen sollten besser nicht geöffnet werden. Der interessante Mix aus Thriller, Mystery, Drama und klassischer Haunted House-Geschichte erzeugt mit wenigen Mitteln viel Spannung. Wer wissen will, worauf sich der Filmtitel bezieht, muss genau aufpassen.
80 Min, E/d, digital
Regie: Nicholas McCarthy