Wunderkind Xavier Dolan
Fünf Filme in fünf Jahren, und das mit 25. Xavier Dolan zählt spätestens mit seinem fünften Film Mommy zu den aufregendsten Regisseuren des Gegenwartskinos. Schon für sein Debüt J‘ai tuè ma mère wurde der damals erst 19-Jährige als Regie-Wunderkind gefeiert. Es folgten Les amours imaginaires, Laurence Anyways und Tom à la ferme. Vorbilder wie Truffaut und Wong Kar-wai sind in Dolans Bildersprache und Experimentierfreudigkeit deutlich zu erkennen. Seine Filme sind exzentrische Familien- und Liebesdramen, ungestüm, exzessiv und experimentell. Der Juni steht in der Kino Nische ganz im Zeichen von Xavier Dolan. Mit seinem Debütfilm angefangen, nutzen wir die Gelegenheit einen jungen, rastlosen Erwachsenwerden und fiebrigen Schaffen zu begleiten.
Programmation: Christine Ruthner
So 07. Juni 2015 • 19:30 Uhr
J‘AI TUÈ MA MÈRE
Hubert verabscheut seine Mutter. Ihre Pullis – geschmacklos! Die Deko – grausamer Kitsch! Hubert ist überhebliche 17, und Chantal, alleinerziehend, erkennt ihren Sohn nicht wieder. Egal, was sie sagt – es ist falsch. Also liefern sich die beiden opernreife Schreigefechte. Alles in Hubert sträubt sich gegen ihre Person und ist Anlass für Streit. Andererseits liebt er seine Mutter aber auch. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, als Chantal und Huberts Vater beschliessen, Hubert auf ein Internat zu schicken.
96 Min, F/d, digital
Regie: Xavier Dolan
So 14. Juni 2015 • 19:30 Uhr
LES AMOURS IMAGINAIRES
Marie und Francis leben in Montreal und sind gute Freunde. Doch dann treffen sie bei einer Party Nicolas, einen engelsgleichen Schönling mit blonden Locken. Beide verlieben sich in den jungen Mann. Innerhalb einiger Wochen freunden sie sich mit Nicolas an. Das Trio schläft zwar im selben Bett, doch mehr als eine platonische Freundschaft entsteht dabei nicht. Über ihre Konkurrenz um Nicolas`Gunst entfremden sich Marie und Francis einander.
101 Min, F/d, digital
Regie: Xavier Dolan
So 21. Juni 2015 • 19:30 Uhr
LAURENCE ANYWAYS
Laurence und Fred leben im Montreal der auslaufenden 1980er ein wildes, unangepasstes Leben. Die beiden sind Seelenverwandte, teilen ihre Vorstellungen von einem künstlerischen Leben, ihren Hass auf Spiessigkeit und Zartbitterschokolade und eine schier bedingungslose Liebe zueinander. Als Laurence sich selbst und Fred eingesteht. dass er sich im falschen Körper gefangen fühlt, wird die Liebe der Beiden auf die Probe gestellt.
159 Min, F/d, digital
Regie: Xavier Dolan
So 28. Juni 2015 • 19:30 Uhr
TOM À LA FERME
Tom fährt in die Provinz, um am Begräbnis seines plötzlich verstorbenen Liebhabers teilzunehmen. Weil dessen Mutter Agathe nicht weiss, dass ihr Sohn schwul war, gibt Tom sich lediglich als Arbeitskollege zu erkennen. Der brutale Bruder Francis macht ihm mit Gewalt klar, dass er besser nicht die Wahrheit erzählt und zwingt ihn auch nach der Beerdigung auf dem Hof zu bleiben. Zwischen den beiden Männern entsteht eine merkwürdige, zwischen Hass, Brutalität und Anziehung changierende Beziehung.
102 Min, F/d, digital
Regie: Xavier Dolan