KEN LOACH
Liebeserklärung an Ken Loach ab 35mm Film
Ken Loach ist der Meister des unbequemen Kinos. Er erzählt Geschichten, die niemand erzählen möchte, weil sie so hart sind wie das reale Leben seiner Figuren. Und aktuell. So könnte «Carlas Song» genauso die Erlebnisse einer jungen Frau inmitten der heutigen kolumbianischen Aufstände widerspiegeln. Der Kleinkriminelle Robbie aus «The Angel`s Share» könnte auch heute, durch die Wirren um den Brexit, den gleichen gesetzwidrigen Weg einschlagen. Jeder Film ist eine Hymne an die Solidarität. Ohne dabei eine gerechtere Welt zu versprechen, wird Loach nicht müde, den Kampf dafür aufzunehmen. Wie ungeschminkt er Klassenunterschiede aufzeigt, wie hartnäckig er den Underdogs immer wieder einen Namen gibt – das macht ihn als Regisseur einzigartig.
Genauso gerne wie Ken Loach sehr lange mit 35mm Material gedreht hat, zeigen wir auch mit unserer 35mm-Grande Dame diesen Monat alles analog!
Am 2. Februar führen wir stilecht zum Film «a wee dram» auf unserer Barkarte. Es stehen drei erlesenen Single Malt Whiskys zur Auswahl. Slàinte Mhath.
Programmation: Grace O`Mally
So 02. Februar 2020 • 19:30 Uhr
THE ANGEL'S SHARE
Eine ausgezeichnete Nase für Whisky kann jeder haben. Das beweist der auf Bewährung freigelassene Robbie, der bei einem gemeinsamen Ausflug mit seinen Freunden zu einer Whiskydestillerie, ein nicht ganz legales, aber lukratives Geschäft riecht. Eine turbulente Reise durchs schottische Hochland beginnt. Mit diesem Film unterlegt Loach einmal mehr ein sozialkritisches Bild mit robustem Humor. Er erzählt die Geschichte der Perspektivlosigkeit einer ganzen Generation.
(Inklusive Dram O’Clock an der Bar.)
101 Min, en/de, 35mm
Regie: Ken Loach
So 09. Februar 2020 • 19:30 Uhr
BREAD AND ROSES
Bread and Roses erzählt die Geschichte der mexikanischen illegalen Einwanderin Maya, die in Los Angeles als Putzarbeiterin arbeitet und nicht länger gewillt ist, sich ausbeuten zu lassen. Nach wahren Begebenheiten schildert Loach mit überzeugenden Darstellern den Streik des Reinigungspersonals für bessere Arbeitsbedingungen.
110 Min, E/d, digital
Regie: Ken Loach
So 16. Februar 2020 • 19:30 Uhr
CARLA'S SONG
Der Glasgower Busfahrer George hilft der Flüchtlingsfrau Carla aus der Not, als diese beim Schwarzfahren erwischt wird. Dadurch verliert er seinen Job. Er verliebt sich in sie und reist mit ihr in ihre Heimat Nicaragua, um ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei landen sie mitten im Guerilla-Krieg. Und ausserdem finden sie Carlas totgeglaubten Verlobten.
126 Min, E/d/f ,
Regie: Ken Loach
So 23. Februar 2020 • 19:30 Uhr
RIFF RAFF
Riff Raff bedeutet im britischen Slang «Gesindel», ein deutlicher Verweis auf den Wert der damaligen ArbeiterInnen unter der Thatcher-Ära. Der Film – mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors gespickt – spielt auf der Baustelle eines maroden Londoner Krankenhauses, das zu Luxuswohnungen umgebaut werden soll. Die Arbeiter sind zusammengewürfelt aus illegalen Einwanderern, Ex-Sträflingen und sonstigen Aussenseitern. Sie raufen sich schlussendlich zusammen und finden ihren eigenen Weg, sich zur Wehr zu setzen. Die grandios gespielte Hauptfigur Steve wird für Robert Carlyle zum Karrieresprungbrett.
95 Min, en/de, 35mm
Regie: Ken Loach