Die Besten Musiker (die es nie gab)
Im März tauchen wir ein in die wunderbare Welt der Biopics und Konzertfilme, wo es schnell schwammig wird, wer wirklich jemals existiert hat und wer nicht. Talking Heads gab es wirklich, auch wenn Jonathan Demme ihren Auftritt wie einen verzweifelten Fiebertraum inszeniert. Aber war Bob Dylan jemals ein 10-jähriger schwarzer Landstreicher? Hatten The Stains jemals einen Hit der sie für 2 Wochen weltweit bekannt machte? Können die überzeichneten Exponate aus der 80s Hair Metal Szene wirklich echt sein? Und ist Dewey Cox insgeheim der einflussreichste Musiker aller Zeiten?
Die Nische recherchiert.
Programmation: Urs
So 01. März 2026 • 19:30 Uhr
Stop Making Sense
«1984 waren die Talking Heads die vielleicht hipste Band des Planeten. Jonathan Demmes fulminanter Konzertfilm fängt das eindrucksvoll ein. Zum 40. Geburtstag kommt «Stop Making Sense» nun frisch restauriert auf die grosse Leinwand zurück.» (Xenix)
Demme war während den zwei Drehabenden schwer beschäftigt mit der Fertigstellung von «Swing Shift», bei der ihn die Egos der Hauptdarsteller und Produzenten in den Wahnsinn trieben. Als ihm die Kontrolle endgültig entglitt, stahl er sich Nachts davon und drehte den strukturell eindrucksvollsten Konzertfilm, den es je gab. Der Film startet mit David Byrne, einer Gitarre und einer Boombox, und baut stetig Präsenz auf, ob mit Besetzung, Bühnenbild oder schrägen visuellen Effekten, wie dem grossen Anzug.
Wir zeigen den Film sowohl mit Platz zum Tanzen als auch zum Sitzen.
88 Min, en, DCP
Regie: Jonathan Demme
So 08. März 2026 • 19:30 Uhr
Walk Hard: The Dewey Cox Story
In einer raren Hauptrolle wurstet sich der alte Clown John C. Reilly grandios durch 50 Jahre Rock ’n‘ Roll Geschichte. Ein hierzulande selten gesehener Meilenstein der modernen Genre-Parodie.
Die Songs sind besser, als sie es sein sollten, die Schauspieler auch, die Gag-Dichte ist grandios: Für Freunde der 80er- / 90er- Genre-Parodien ist dies bekannt als der letzte Seufzer der Kunstform. Eine zwinkernde Antwort auf die über-seriösen Musikerbiographien der 00er-Jahre.
96 Min, en, digital
Regie: Jake Kasdan
So 15. März 2026 • 19:30 Uhr
Ladies & Gentlemen, the Fabulous Stains
Drei Teenager (unter anderem Laura Dern und Diane Lane in einer ihrer frühesten Filmrollen) rennen aus ihrer perspektivenlosen Industriestadt weg, und gründen eine Punkband. Zufällig landen sie als Support einer Britischen Band bestehend aus Ray Winstone, Mitgliedern der Sex Pistols und The Clash auf Tour. Die Musikindustrie macht sie über Nacht zu Stars, und frisst sie genauso schnell wieder auf.
Grossartige Besetzung und ein sozialkritisches Drehbuch von Nancy Dowds und Caroline Coons. Der Film fand zwar in den 80ern wenig Anklang, wirkt jedoch brandaktuell im heutigen Social Media-Klima.
87 Min, en, digital
Regie: Lou Adler
So 22. März 2026 • 19:30 Uhr
I'm Not There
Bob Dylan im Kaleidoskop: Mal als 10-jähriger Landstreicher, mal als alternder Cowboy, mal als Cate Blanchett im sarkastischen Drogenrausch. Und diverse Figuren dazwischen. Was real ist, bestimmt Jede:r selbst.
Haynes bringt die visuelle Opulenz aus «Velvet Goldmine» mit und fragt: Wer war Bob Dylan eigentlich jemals? Gibt es eine Version von ihm, die alles vereint, was er jemals über sich erzählt hat? Und ist es egal, wenn ich nur eine Version davon sympathisch finde? Der Film findet seine eigene Stimme irgendwo zwischen Fiktion und Wirklichkeit.
135 Min, en/de, digital
Regie: Todd Haynes
So 29. März 2026 • 19:30 Uhr
The Decline of Western Civilization Part II: The Metal Years
Eine Komödiantin auf der Suche nach Lachern: Penelophe Spheeris tummelt sich vor «Wayne’s World» in der Los Angeles Hair-Metal-Szene, kurz bevor Grunge den ganzen potenziellen Stars den Teppich unter den Füssen wegzog.
Die Musiker sind im Ganzen etwas weniger verzweifelt, als in ihrer vorgängigen Doku über die Punk-Szene am gleichen Ort, doch die Sensibilität und das Gespür dafür, Leute sich selbst zum Lacher machen zu lassen, bleibt. Spheeris porträtiert humorvoll eine Szene voller junger Musiker, die sich sicher sind, dass sie Morgen zum Star werden. Nur das Publikum weiss, dass dies den meisten nicht gelingen wird.
93 Min, en, digital
Regie: Penelope Spheeris