¡GUATEMALA – NUNCA MAS!

Guatemala – Gegen das Vergessen! Ende 1996 wurde in Guatemala das Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Guerilla URNG unterzeichnet. Die Verhandlungen, die zu diesem Abkommen führten, dauerten über 10 Jahre und beendeten einen über 36 Jahre dauernden bewaffneten Konflikt.

Der Krieg hinterliess Zerstörung, gebrochene Identitäten und eine gespaltene Nation. Jahrelang herrschte eine Kultur des Todes und der Angst. Die wenigen guatemaltekischen FilmemacherInnen, JournalistInnen und Kulturschaffenden gehörten lange zu den verfolgtesten RegimekritikerInnen, viele gingen ins Exil. Nie gelang es in Guatemala, was in den Nachbarländern El Salvador und Nicaragua den revolutionären Prozess beschleunigte: die Produktion eigener Filme, die nicht nur die Repression der Regime dokumentierten, sondern auch den Widerstand in Bilder, Worte und Poesie fassten. Film als subversives Element im Befreiungskampf. Umso wichtiger ist es jetzt, dieses Medium in den (Wieder-) Aufarbeitungsprozess des Krieges zu integrieren.

Zusammen mit dem Guatemala-Komitee Zürich zeigen wir diesen Monat Filme, aus und über Guatemala. Wie oben erwähnt sind guatemaltekische Filmproduktionen rar. Mit EL SILENCIO DE NETO gelangte zum ersten mal eine solche in die internationalen Kinos. DIE KAMERA DES OPTIKERS und ¡DEVILS DON’T DREAM! sind zwei schweizer Dokumentationen, die sich direkt und indirekt mit der Zeit der liberalen Arbenz-Regierung auseinandersetzen, interessant ist dabei auch die Verbindung der beiden Protagonisten zur Schweiz. Der dritte Dokfilm LOS CIVILIZADORES nähert sich der Geschichte des Landes ebenfalls über ausgewanderte EuropäerInnen, nämlich deutschstämmigen Guate-maltekInnen, die bereitwillig in Erinnerungen und Fotokisten kramen. Wir hoffen mit dieser Auswahl von Filmen etwas zum Verständnis der Situation in Guatemala beizutragen, und wünschen euch einen spannenden Spätsommer.